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Wie
finden wir einen Glauben, der bei Gott Gehör findet? Ein blinder Bettler
zeigt im heutigen Evangelium, welcher Glaube Hilfe bringt. Bartimäus
heißt dieser Bettler. Er saß einst an der Straße von
Jericho nach Jerusalem. Es war für einen Bettler ein günstiger
Platz, denn es kamen viele Pilger vorüber. Hier an dieser Straße
geschah jene wunderbare Heilung des blinden Bartimäus. „Dein Glaube
hat dir geholfen", sagt Jesus zu ihm, nachdem er wieder sehend geworden
war. Was ist das für ein Glaube, der Heilung bringt? Viele Pilger
befanden sich einst auf dieser Straße und sahen Jesus vorüberziehen;
aber nur Bartimäus wurde geheilt. Wie finden wir einen solchen Glauben?
Als erstes: Der blinde Bartimäus
hat etwas erkannt, was andere nicht sahen. Er trug schon den Glauben an
Jesus in sich. Deshalb rief er aus:„Sohn Davids,
Jesus, hab Erbarmen mit mir." Woher er diesen Glauben hat, wird
hier nicht gesagt. Vermutlich haben ihm andere von Christus erzählt.
Aus dem Verhalten des Blinden strahlt eine große Gewissheit: Wer
Jesus begegnet, der begegnet dem Sohn Gottes und seiner erbarmenden Liebe.
Der Blinde wusste, dass es eine Gnade ist, Christus zu begegnen. Bartimäus
lässt diese Chance nicht ungenützt vorbeiziehen.
Ein zweites Merkmal: Der Glaube
des blinden Bartimäus stößt auf Widerstände. Innere
und äußere Widerstände bedrängen ihn und ersuchen,
ihn zum Schweigen zu bringen. Bartimäus lässt sich durch nichts
abbringen von seiner Hoffnung. Er ruft noch lauter: „Sohn
Davids, hab Erbarmen mit mir." Er wirft sogar seinen Mantel ab,
als er hört Jesus ihn ruft. Er lässt alles hinter sich. Er läuft
vertrauensvoll auf Jesus zu. Dieser fängt ihn auf.
Das dritte Kennzeichen: Jesus
fängt den Menschen auf, der sich vertrauensvoll
an ihn wendet. Der Glaube ist keine einseitige Suche des Menschen nach
Gott. Gott sucht den Menschen. Dazu ist Gott Mensch geworden, um den verlorenen
Menschen zu suchen. Jesus ist gekommen, die Sünder zu retten und den
Kranken Heilung zu bringen.
Jeder Mensch darf wie Bartimäus wissen, dass er von Gott gerufen
ist. So schreibt der heilige Johannes vom Kreuz: „Der Mensch auf dem Weg
sagt, er suche Gott. Er müsste viel mehr sagen, er will sich finden
lassen, denn Gott tut nichts anderes, als den Menschen zu suchen." Gott
sucht den Menschen auch heute. Im Evangelium ist es der irdische Jesus,
der den Bartimäus zu sich rief und sich seiner erbarmte.
Heute ist es der auferstandene Christus, der im Wort der Heiligen
Schrift zu uns spricht. Die Heilige Schrift ist kein totes Buch. Hinter
dem Wort Gottes steht eine lebendige Person. Das Evangelium ist ein personaler
Anruf Gottes auch an den Menschen von heute. Wann immer wir das Wort Gottes
hören oder es in der persönlichen Stille betrachten - immer ist
es der auferstandene Christus, der uns im Wort der Schrift begegnet. Das
Gespräch, das damals der irdische Jesus mit dem blinden Bartimäus
begonnen hat, führt der Auferstandene heute mit uns weiter. Er lädt
uns heute ein, zu ihm zu kommen.
Am Ende der Geschichte heißt es: „Dein
Glaube hat dir geholfen." Ein solcher Glaube ist auch von uns
heute gefordert. Der Glaube in der Welt von heute erfordert Durchhaltevermögen.
Wir brauchen einen Glauben, der auf Gott hin gefestigt ist und fähig
ist, auch Unannehmlichkeiten zu erdulden. Es ist ein Glaube, der nicht
zerbricht an den Spannungen des Lebens und an den Aggressionen der anderen.
Im Guten sollen wir ausharren, auch wenn wir durch trostlose Tage gehen.
Pius Schmidt
Bild: hw. Pfr. Josef Stocker in "Hauskalender
- 2018" - Mediatrix-Verlag
Wichtige Auszüge aus dem Tagebuch der hl. Sr. Faustina - Übersicht und Aktuelles! - PDF
Bete
täglich den von der Muttergottes so sehr gewünschten Rosenkranz!