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Fatima-Predigt von S.E. Bischof Huonder zum Fatima-Gebetstag am 5. November 2016 

Brüder und Schwestern im Herrn
Die Gemeinde von Philippi, in heutiger Terminologie die Pfarrei von Philippi, ist Paulus zu Hilfe gekommen und hat ihn unterstützt. Darüber freut sich der Apostel. Dafür drückt er seinen Dank aus. Ganz besonders aber freut er sich über den Gewinn, welcher den Gläubigen von Philippi selber zukommt, nämlich den geistlichen Gewinn. Es ist ein Gewinn, der "mit Zinsen gutgeschrieben wird" (Phil 4,17). Paulus meint damit den Gewinn für das ewige Leben. Was die Gläubigen von Philippi dem Apostel Paulus Gutes getan haben, das wird ihnen selber zum ewigen Heil gereichen. Diese Feststellung entspricht dem, was Jesus im Evangelium sagt: "Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht" (Lk 16,9). Die Gläubigen von Philippi haben sich mit ihrer Gabe Paulus zum Freund gemacht und dürfen erwarten, dass sie in die ewigen Wohnungen aufgenommen werden.
Wie die Leute von Philippi um das Wohl des Apostels Paulus besorgt waren, so ist auch jemand ganz besonders um unser aller Wohl besorgt, nämlich die Gottesmutter. Die vielen Erscheinungen und Offenbarungen der Gottesmutter im Laufe der ganzen Kirchengeschichte weisen darauf hin, dass sie der Christenheit zu jeder Zeit zu Hilfe eilt. Deshalb wird sie auch unter dem Titel "Helferin der Christen" angerufen.
Im kommenden Jahr dürfen wir die 100-Jahr-Feier der Erscheinungen der Gottesmutter von Fatima begehen. Die Erscheinungen erfolgten im Jahre 1917 monatlich vom 13. Mai bis zum 13. Oktober, also sechsmal. Im Mittelpunkt der Botschaft dieser Erscheinungen steht die Verehrung-des Unbefleckten Herzens Marias. Bereits in der zweiten Erscheinung sprach die Gottesmutter darüber. Die Seherin Lucia überbrachte uns die folgenden Worte Marias: "Jesus will sich deiner bedienen, damit die Menschen mich kennen- und lieben lernen. Er will die Verehrung meines Unbefleckten Herzens in der Welt begründen; wer sie übt, dem verspreche ich das Heil; diese Seelen werden von Gott bevorzugt werden, und wie Blumen werden sie von mir vor seinen Thron gebracht".
In der dritten Erscheinung wird die Gottesmutter noch deutlicher, da sie auf die Andacht zum Unbefleckten Herzen am ersten Samstag im Monat hinweist. Durch diese Andacht sollen viele Seelen gerettet und der Welt der Friede gebracht werden. Die Gottesmutter spricht auch von der Weihe Russlands und der Welt an das Herz Marias.
Warum wohl diese Betonung des Unbefleckten Herzens Marias, können wir fragen. Nun das Unbefleckte Herz Marias ist der Ausdruck der Reinheit und Heiligkeit Marias. Durch diese Reinheit und Heiligkeit war Maria befähigt und bestimmt, uns den Erlöser der Welt zu schenken, und ihn durch sein ganzes irdisches Leben zu begleiten. Durch Maria kam Gottes Gnade in die Welt und nur durch sie, die Mutter unseres Herrn Jesus Christus. Deshalb dürfen wir wirklich sagen: Maria ist die Mittlerin aller Gnaden. Sie bleibt für immer diese Mittlerin. Das ist auch der Grund, weshalb die Gottesmutter sich zu jeder Zeit der Kirchengeschichte der Menschheit kundtut.
Die Verehrung des Unbefleckten Herzens Marias ist ein Akt der Hingabe an Maria und ihren Sohn. Sie ist ein Akt des Glaubens, dass uns durch sie, die Gottesmutter, Gottes Barmherzigkeit in Jesus Christus, die Barmherzigkeit des Kreuzes, zuteil wurde und immer wieder zuteil wird. Deshalb wollte der Herr die Verehrung ihres Unbefleckten Herzens in der Welt begründen, und diese auf folgende Weise: Das tägliche Rosenkranzgebet; die Hingabe durch die Sühnekommunion an fünf aufeinanderfolgenden ersten Samstagen, verbunden mit der heiligen Beichte (auch an einem anderen Tag) und ebenso mit einer Viertelstunde Betrachtung zu einem oder mehreren Geheimnissen des Rosenkranzes. Alles erfolgt in der Absicht, das Unbefleckte Herz Marias zu ehren, zu trösten und Genugtuung zu leisten für die Beleidigungen, welche ihm zugefügt werden. Schließlich die Weihe an das Unbefleckte Herz. Von der Kirche verlangte die Gottesmutter die Weihe Russlands und der Welt.
Mit dem Halten der fünf ersten Samstage verbindet die Gottesmutter das Versprechen von großen Gnaden, insbesondere von jenen Gnaden in der Todesstunde, welche für das ewige Heil notwendig sind. Gerne lege ich Euch daher diese Art der Verehrung ans Herz.
Der heilige Paulus bestätigt den Gläubigen von Philippi: "Mein Gott aber wird euch durch Christus Jesus alles, was ihr nötig habt, aus dem Reichtum seiner Herrlichkeit schenken" (Phil 4,19).
Dazu dürfen wir sagen: Auch Fatima ist ein Geschenk aus dem Reichtum der Herrlichkeit Gottes. Wir nehmen dieses Geschenk dankbar an und lassen uns von den Worten der Gottesmutter gerne leiten.
Amen.
(Quelle: "Schweizer Fatima-Bote" Nr. 71, 1/2017, S. 20, Kreuzlingen)  -   Bild: (C) Kirche-in-Not  -  mit frdl. Gen.

Bete täglich den Rosenkranz!



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