Kommentar
von Bischof Athanasius Schneider bezüglich des vom Nuntius angesprochenen
GLAUBENSMANIFESTS von Kardinal Müller.
Das Glaubensmanifest von Kardinal Gerhard Ludwig Müller ist
eine notwendige und sehr aktuelle Initiative, die den Glauben aufbaut und
ein Licht bringt in die enorme geistige Verwirrung, die schon seit geraumer
Zeit im Leben der Kirche herrscht und in unseren Tagen ungeahnte Ausmasse
erreicht hat. Diese Initiative bedeutet für viele Gläubigen einen
Trost und eine Ermutigung. Aus dem Mund eines hochrangigen Vertreters der
kirchlichen Hierarchie wird in diesem Glaubensmanifest ein öffentliches
unmissverständliches Bekenntnis des unveränderlichen katholischen
Glaubens abgelegt. Dieses Bekenntnis von Kardinal Müller umfasst vor
allem jene Wahrheiten des Glaubens und der sakramentalen Praxis, die in
unseren Tagen am meisten entstellt sind, wobei dann solch eine Entstellung
durch eine trickhafte und gnostische Interpretation als Hermeneutik oder
„Lehrentwicklung in der Kontinuität" ausgegeben wird.
Ein klares Bekenntnis zu den von Gott geoffenbarten Wahrheiten wird
heute im Leben der Kirche oft nicht mehr geduldet und sogar als Provokation
empfunden, wie man das beispielsweise an der prompten, intoleranten und
erstaunlich aggressiven Reaktion gesehen hat, mit der Kardinal Walter Kasper
das leuchtende Glaubensmanifest von Kardinal Müller abgelehnt hat.
Mit seiner Argumentation gegen das Glaubensmanifest hat Kardinal Kasper
nur bewiesen, dass er selber nicht mehr im wahren Glauben der Apostel und
der Kirche aller Zeiten lebt, sondern im Gegenteil ein Christentum vertritt,
das nach Art einer Gnosis sich selber eine Welt des angeblichen Glaubens
konstruiert hat, nach dem Geschmack des eigenen Ich oder der Vorherrschaft
des jeweiligen Zeitgeistes. Die Glaubensinitiative von Kardinal Müller
verdient volle Anerkennung. Sie ist ein wichtiger Beitrag, um die Flut
des neognostischen Christentums innerhalb der Katholischen Kirche aufzuhalten.
Man muss wünschen und beten, dass innerhalb der Kirche eine immer
zahlreicher werdende einheitliche Stimme des wahren Glaubens, eine „una
vox verae fidei", erklingt, bestehend aus allen Mitgliedern des Mystischen
Leibes Christi, aus Vertretern sowohl des Lehramtes als auch der Christgläubigen.
Diese sollen sich in ihrem Glaubensbekenntnis von niemandem - nicht einmal
von einem Kardinal Kasper - verwirren oder einschüchtern lassen, da
sie mit dem heiligen Paulus gelassen und überzeugend sagen können:
„Ich weiss, Wem ich geglaubt habe!
(scio, Cui credidü)" (2 Tim. l, 12).
Hier kann man das GLAUBENSMANIFEST herunterladen:
https://de.catholicnewsagency.com/story/kardinal-muller-veroffentlicht-glaubensmanifest-uber-katholische-lehre-4291