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Dinge, die wir vom hl. Maximilian Kolbe lernen können:
1.)
Sein Leben der Führung Marias anvertrauen
„Himmlische Mutter, nimm mich ganz als dein
Eigentum an und tue mit mir und mit allen meinen Fähigkeiten der Seele,
des Leibes und des Geistes, mit meinem ganzen Leben und Sterben und für
meine Ewigkeit, was dir gefällt."
(Änderung durch den Webm.)
2.)
Jeden Menschen bedingungslos lieben
„Lasst uns unseren Nächsten lieben, Freund
und Feind!"
3.)
Den Blick auf die Ewigkeit richten
„Ich und auch Sie werden in 100 oder 200 Jahren
nicht mehr leben. Dann werden alle Dinge, auch die dringlichsten und wichtigsten
vergangen sein, und es wird nur das eine bleiben: ob wir noch sind, wo
wir uns dann befinden und ob wir glücklich sind... Und jede Stunde
nähern wir uns um eine Stunde eben diesem Augenblick."
4.)
Sich ganz dem Willen Gottes ergeben
„Die Formel der Heiligkeit: w = W. Meinen
kleinen Willen (w) dem großen Willen Gottes (W) unterordnen."
5.)
Alles ins Gebet und Gottvertrauen legen
„Im Gebet ahnen wir, wer wir sind und wer
Gott ist. Im Gebet bezeugen wir, dass wir aus uns selbst nichts können,
mit Gott jedoch alles."
Alles im Vertrauen auf die Muttergottes...
Vor 75
Jahren starb der„Apostel der Immaculata" für einen Familienvater im
Hungerbunker
Wenn vom heiligen Pater Maximilian Kolbe die Rede ist, wird meist
„nur" über seine heroische Selbstaufopferung im KZ von Auschwitz berichtet,
als er für einen Familienvater freiwillig in den Todesbunker ging.
Dass dieser Maximilian Kolbe zuvor ein fast unglaubliches Leben für
die „Immaculata" geführt hat, wird meist verschwiegen. Dabei ist seine
Liebestat in Auschwitz nur von diesem bedingungslosen Vertrauen zur Gottesmutter
her zu verstehen. Es sind genau vier Tage seit der letzten Erscheinung
der Gottesmutter in Fatima vergangen als Kolbe - damals noch Theologiestudent
in Rom - am 17. Oktober 1917 mit sechs Getreuen, die „Miliz
der Unbefleckten Jungfrau" gründet. Das Ziel
dieser geistigen Streitmacht entspricht ganz den Bitten der Gottesmutter
von Fatima, ohne dass Maximilian Kolbe von den Geschehnissen dort auch
nur das Geringste ahnen konnte. Die „Miliz der Immaculata" will den Mächten
des Bösen mit den Mitteln des Gebets, des Apostolats und der
Hingabe an Jesus und Maria begegnen, um unter dem Zeichen der Unbefleckten
die Menschen für Christus und die Nächstenliebe zu gewinnen.
Die Mitglieder sollen die Wunderbare Medaille tragen und verbreiten sowie
täglich das Gebet sprechen: „O
Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht
zu dir nehmen und setze dich ein für alle, die nicht zu dir kommen."
Auslöser für die Gründung der „Miliz der Immaculata" ist
ein Erlebnis des jungen Studenten, der in Rom den Aufmarsch der Freimaurer
zum 200. Jahrestag ihrer Gründung miterlebt. Sie lästern dabei
Gott, beleidigen die Mutter Jesu und beschimpfen Papst und Kirche. Diesen
hasserfüllten Beleidigungen will Maximilian Kolbe mit den „Waffen"
des Gebets und der Liebe begegnen. Dazu hat er phantastische Pläne.
Sein erstes Ziel ist es, eine Zeitung für die Muttergottes
zu gründen. Als geweihter Priester wieder zurück in Polen, beginnt
er für dieses Projekt zu betteln. 1922 kann er dann die erste Ausgabe
der Zeitschrift „Ritter
der Unbefleckten" in einer Auflage von 5.000 Exemplaren
herausgeben. Dank einer großzügigen Spende erwirbt er schließlich
eine alte Druckmaschine, an der er oft nächtelang steht, um die Zeitschrift,
die immer weiter wächst, selbst zu drucken. Als nächstes will
der selbstlose Franziskanerpater eine Stadt für die Unbefleckte erbauen.
Welch verrückte Idee, denken viele. Doch er ist überzeugt davon
diese Stadt namens Niepolkalanöw („Gebiet der Unbefleckten") errichten
zu können. Völlig unerwartet bekommt
er dafür fünf Hektar Grund geschenkt und macht sich ans
Werk. Bald leben etwa 1.000 Menschen in dieser „Stadt Mariens". Neben seiner
Zeitschrift, die inzwischen eine Auflage von einer halben Million erreicht
hat, gibt er von hier zwei weitere Schriften heraus: „Das kleine Ritterchen"
für die Kinder und „Die Kleine Zeitung", ein kämpferisches Tagblatt.
Doch das reicht ihm nicht. Er will die ganze Welt für Maria
gewinnen. So bittet er die Ordensoberen nach Japan reisen zu dürfen,
um auch dort ein Marienapostolat aufzubauen. „Haben Sie Geld?", fragt der
Ordensobere? -„Nein!" - „Sprechen Sie Japanisch?" -„Nicht ein Wort." -
„Aber sicher haben Sie Bekannte in Japan." - „Ich kenne dort keinen Menschen."
- „Was soll ich mit diesem Himmelsstürmer nur tun?", fragt sich der
Obere und seufzt: „Fahren Sie in Gottes Namen." Zusammen mit vier Mitbrüdern
reist Kolbe mit dem Schiff nach Asien. Zwei Brüder bleiben in Shanghai,
um dort den „Ritter der Immaculata" auf Chinesisch herauszugeben. Mit den
zwei anderen fährt er weiter ins japanische Nagasaki, wo sie am 24.
April 1930 eintreffen, Schon einen Monat später erscheint seine Zeitschrift
auf Japanisch in Auflage von 10.000 Exemplaren. Bald werden es 70.000 sein.
Im März 1931 errichtet er ein Kloster und eine Druckerei an einem
Hang im Stadtteil Hongochi, um dort einen „Garten der Immaculata" zu errichten.
Seine Mitbrüder empfinden den Ort als zu weit vom Stadtkern abgelegen.
Doch Kolbe sagt, er liege genau richtig. Und - welch göttliche Fügung
- als die Amerikaner 1945 eine Atombombe über Nagasaki abwerfen, bleibt
das Kloster aufgrund seiner Lage weitgehend verschont.
Wegen seiner angeschlagenen Gesundheit wird P. Maximilian 1936 von
seinem Orden nach Polen zurückgerufen und zum Prior von Niepolkalanöw
ernannt. Hier beginnt er mit dem Bau eines Flugplatzes, um die Welt mit
religiösen Schriften beliefern zu können. Er steigert die Auflage
seiner Zeitschrift auf über eine Million und beginnt mit Radiosendungen.
Doch der Ausbruch des 2. Weltkriegs stoppt sein Wirken. Die Nazis, die
nach der Besetzung Polens auf hitlerkritische Karikaturen in Kolbes Zeitschriften
stoßen, beenden sein Apostolat gewaltsam. Am 17. Februar 1941 fährt
die Gestapo vor und nimmt Pater Maximilian gefangen. Zunächst wird
er im Pawiak, einem berüchtigten Gestapo-Gefängnis im Zentrum
Warschaus festgehalten. Dann im März des selben Jahres ins Todeslager
nach Auschwitz deportiert, wo er schwerste Arbeit verrichten muss. Als
dort Anfang August 1941 in seinem Häftlingsblock 14 einem Gefangenen
die Flucht gelingt, müssen alle 600 Blockinsassen antreten. Lagerführer
Frisch lässt sie einen halben Tag lang in der prallen Sonne stehen
und wählt dann willkürlich zehn Gefangene aus, die für den
Geflohenen im Hungerbunker sterben sollen. Darunter ist der 40-jährige
polnische Familienvater Francisek Gajowiczek, der wegen seiner Frau und
seinen Kindern verzweifelt um Verschonung fleht. Dann geschieht etwas völlig
Ungewöhnliches: Pater Maximilian tritt aus den Reihen hervor: „Ich
möchte für den dort sterben!" - „Wer bist du?", fragt der Lagerführer.
„Ein katholischer Priester." - „Ein Pfaffe? Angenommen!". Nackt müssen
die zehn Gefangenen in den dunklen Bunker hinunter. Doch statt der üblichen
Flüche und Verzweiflungsschreie dringen diesmal Rosenkranzgebete und
Lobpreisungen nach oben. Als Kolbe am Vorabend des Festes Maria Himmelfahrt
(14. August 1941) immer noch nicht tot ist, steigt ein Arzt hinunter und
verabreicht ihm eine tödliche Giftspritze. Tags darauf, am Fest Maria
Himmelfahrt, verbrennen die Nazis seine sterblichen Überreste. Die
Gottesmutter holt „ihren Apostel" am Fest ihrer eigenen Himmelfahrt heim
ins Paradies.
1971 spricht Papst Paul VI. den polnischen Franziskaner selig, Johannes
Paul II. ihn 1982 heilig. Beide Feste erlebt ein tiefberührter Francisek
Gajowiczek im hohen Alter noch mit, weil er durch Kolbes Liebestat Auschwitz
überlebte.
(Quelle: "Fatima ruft"
Heft 3/2016, S. 3-6, Kisslegg - LINK: fatima-aktion.de)