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LAURA
VICUNA
Ein
Mädchen opfert sich für die Bekehrung seiner Mutter
Laura Vicuna, 1891 in Santiago de Chile geboren, verlor mit drei
Jahren den Vater. Die Mutter klammerte sich an einen argentinischen Landbesitzer,
um sich und ihre zwei Töchter durchzubringen. Der leidenschaftliche
Mann suchte jedoch nur eine willfährige Frau, ohne eine Ehe eingehen
zu wollen.
Laura spürte, daß das Zusammenleben der Mutter mit diesem
Mann vor GOTT nicht in Ordnung war. Das bereitete ihr großes seelisches
Leid. Im Kolleg der Don-Bosco-Schwestern in Junin de los Andes (Argentinien)
lernte Laura JESUS immer mehr kennen und lieben. Bei der Erstkommunion
im Jahr 1901 faßte sie folgende Vorsätze:
„1. Mein GOTT, ich will Dich lieben und Dir
dienen mein ganzes Leben lang. Deshalb schenke ich Dir meine Seele, mein
Herz, mich selber ganz.
2. Ich will lieber sterben, als Dich durch
eine Sünde zu beleidigen. Deshalb will ich mich von allen Dingen fernhalten,
die mich von Dir trennen
könnten.
3. Ich nehme mir vor, zu tun, was ich weiß
und kann, damit Du erkannt und geliebt werdest und ich jene Beleidigungen
sühne, die Dir jeden Tag
von den Menschen, besonders von meinen Angehörigen,
angetan werden. Mein GOTT, schenke mir ein Leben der Liebe, der Enthaltsamkeit
und der Buße."
In den Ferien stellte der Gefährte der Mutter dem elfjährigen
Mädchen nach. Als Laura sich ihm entzog, ließ er mit der Peitsche
seine Wut an der Mutter aus. In Laura wuchs der Wunsch, ihre Liebe ganz
CHRISTUS zu schenken. Da man ihr keine Hoffnung auf die Aufnahme in den
Orden machen konnte, wünschte sie die private Ablegung der Gelübde.
Im April 1902 regte das Evangelium vom Guten Hirten, der sein Leben
hingibt, Laura an, ihr Leben GOTT für die Bekehrung der Mutter anzubieten.
Als der Beichtvater die Überzeugung gewann, daß Laura zu dieser
Entscheidung fähig sei, gab er die Erlaubnis. GOTT nahm offensichtlich
diese Hingabe an. Nach über einem Jahr erkrankte Laura schwer. Am
22. Januar 1904 vollendete sie ihr Leben. Erst unmittelbar vor dem Sterben
gestand das Mädchen seiner Mutter, daß es JESUS sein Leben für
ihre Umkehr angeboten habe. Die erschütterte Frau versprach ihrem
sterbenden Kind die Lebensänderung. Sie hielt ihr Versprechen auch
- trotz der Bedrohung durch den Gutsbesitzer.
Als durch dieses Versprechen die große Sorge um das ewige
Heil der Mutter weggenommen war, starb die knapp dreizehnjährige Laura
mit den Worten: „Danke,
JESUS! Danke, Maria! Nun sterbe ich glücklich." Papst
Johannes Paul II. hat Laura Vicuna am 3. September 1988 in Turin seliggesprochen.
(Vergleiche dazu: J. Schepping, Laura — das
Mädchen aus den Anden, Innsbruck 1984; erhältlich bei der umseitigen
Anschrift!)
GEBET
GOTT, HIMMLISCHER VATER, Dein Sohn JESUS CHRISTUS
gab als der Gute Hirt am Kreuz sein Leben für uns hin. Deine Dienerin
Laura hat Dir nach Seinem GOTTmenschlichen Vorbild ihr Leben angeboten,
um ihrer Mutter die Umkehr vom Weg der Sünde zu erwirken. Erbarme
Dich auf die Fürsprache der seligen Laura hin aller Menschen, die
heute in Sünde zusammenleben und das Sakrament der Ehe mißachten.
Gib ihnen die Kraft zur Umkehr und zu einem Leben nach Deinen Geboten.
Nimm Dich voll Erbarmen aller Eltern an, die ihre Kinder durch ihr Beispiel
oder durch ihre Erziehung nicht zu Dir, sondern auf den Weg der Sünde
führen. Laß uns alle am Beispiel dieses Mädchens die Macht
des fürbittenden Gebetes und der sühnenden Hingabe erkennen.
Mache die selige Laura zu einem Licht, das in der Dunkelheit unserer von
Sünde und Seelennot zerrissenen Welt aufleuchtet. Verherrliche sie
auch, indem Du uns auf ihre Fürsprache jene Gnade ... gewährst,
die wir inständig von Dir erflehen.
Darum bitten wir durch JESUS CHRISTUS, unseren
Herrn. Amen.
Vater unser... Gegrüßt seist Du,
Maria ... Ehre sei dem Vater...
GEBET ZUR SELIGEN LAURA VICUNA
Liebe, selige Laura, wir wollen mit dir GOTT
preisen und Ihm danken für die Gnadengaben, mit denen Er dein junges
Herz erfüllte.
Erflehe unserer Jugend echten Glauben, tapfere
Reinheit und opferbereite Kindesliebe. Hilf, daß alle Suchenden und
Verzweifelnden an deinem Beispiel den tiefen Sinn und den echten Reichtum
erkennen, der in einem Leben auf GOTT hin liegt. Erbitte den Heranwachsenden,
daß sie den Wert der christlichen Ehe und des ehelosen Lebens nach
den evangelischen Räten erfassen und ihrer Berufung folgen. So wollen
wir in Dankbarkeit den erbarmenden GOTT lieben und allezeit loben. Amen.
Mit kirchlicher Druckerlaubnis: München,
03. 12. 1984 GVNr. 8409/84/1a, Dr. Gerhard Gruber, Generalvikar
Herausgeber: FREUNDESKREIS MARIA GORETTI
e. V. Engelbertstraße 21, D-81241 München