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Heiligenlegenden,
das Leben der Heiligen, besonders interessant für Jugendliche!
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"Wie wichtig sind die Heiligen!" Die hl. Jungfrau
Maria weiß, daß die heute fast vergessen sind. Die Muttergottes
stellt klar: "Gott Vater und Sohn dürfen angebetet werden. Die Heiligen
sollen verehrt werden." Ein fundamentaler Unterschied! Das Verb "dürfen"
wird verwendet. Anbetung ist also einerseits eine vom allmächtigen
Gott gewährte Gunst, andererseits lässt uns Gott die Freiheit
der Entscheidung. Die Gottesmutter verdeutlicht, was sie meint: "Das Evangelium
ist die Karte, die uns den Weg zum Heil, zum Vaterhaus", zum Zuhause unserer
Seele zeigt - also die Theorie. Für die Praxis, den Alltag, sind die
Heiligen "Wegweiser" und "Helfer". Sie haben auch ein irdisches Leben gelebt.
Früher oder später haben sie vorbildhafte Entscheidungen getroffen,
die in die richtige Richtung - zu Gott- geführt haben. Gott hat ihnen
dafür besondere Fähigkeiten geschenkt. Die Kirche hat sie für
ihre Wunder heiliggesprochen. Jetzt sind sie Gott nahe und sind unsere
Freunde im Jenseits, die für unsere Anliegen bitten und flehen. Gibt
es besseren Beistand? Warum verzichtet man freiwillig auf solch´
himmlische Hilfe? (Quelle: Aus "Sievernich
- Nachrichten Febr. 2016)
Hl. Anna. Mutter aller Christen
Anna ist die Mutter Marias und Joachim ihr Vater. Sie zählt
zu den leuchtenden Gestalten des Glaubens. So sind nach dem Protoevangelium
des Jakobus aus der 2. Hälfte des Jahrhunderts die Namen der Eltern
Marias genannt.
Kindersegen galt auch in frühen Zeiten als Huld Gottes, Unfruchtbarkeit
jedoch wurde als Strafe Gottes angesehen. Dennoch waren Joachim und Anna
unerschütterlich in ihrem Glauben und Vertrauen auf Gott. Jahr für
Jahr pilgerten sie zum Tempel nach Jerusalem, opferten und beteten um ein
Kind. Nach zwanzigjähriger kinderloser Ehe, dieser Zustand betrübte
beide Eheleute sehr, gebar Anna ihre Tochter Maria. Nach der Lehre der
römisch-katholischen Kirche geschah die Empfängnis Marias als
unbefleckte Empfängnis, das heißt, sie wurde zwar auf natürliche
Weise von ihrem leiblichen Vater gezeugt und von Anna empfangen und geboren,
aber durch einen Akt göttlicher Gnade vor der Erbsünde bewahrt.
Die vorangegangenen Verheißungen des Engels sind Hinweis auf
die besondere Erwählung Mariens von Anfang an. Demnach war Anna königlicher
Abstammung und aus dem Geschlecht Davids.
Nach der Überlieferung brachten Anna und Joachim, in Erfüllung
eines Gelübdes, Maria im Alter von etwa drei Jahren zur Erziehung
in den Tempel nach Jerusalem. Maria wurde so, gerade erst dreijährig,
zur Tempeljungfrau. Über das weitere Leben von Anna schweigt die Bibel,
die heilige Anna wird als „die Mutter der Mutter aller Christen" verehrt.
Im 5. und 6. Jahrhundert im Zusammenhang mit der wachsenden Marienverehrung
im Spätmittelalter, förderten besonders die Orden der Karmeliten
und Kapuziner die Verehrung von Joachim und Anna. In der christlichen Kunst
des Spätmittelalters erscheinen sie auf Darstellungen des Marienlebens
und der »heiligen Sippe«. Zahlreich sind auch Plastiken und
Gemälde der »Anna Selbdritt« (Anna, Maria, Jesuskind).
Das Haupt Annas wird seit 1501 in Düren/Rheinland verehrt.
Anna ist die Patronin der Mütter, Witwen, Armen; Arbeiterinnen;
und Hausfrauen; der Hausangestellten, Müller, Krämer, Kunsttischler,
Drechsler, Weber, Schiffer, Bergleute; der Feuerwehr, gefeiert wird der
Namenstag, der Annentag, seit 1584 am 26. Juli. Dieser Ehrentag wurde von
Papst Gregor XIII. festgelegt.
Mutter Anna wird angerufen für eine glückliche Heirat,
eine gute Ehe; um Kindersegen, glückliche Geburt; gegen Gewitter.
Es gibt das Anna-Wasser gegen Fieber, Kopf-, Brust- und Bauchweh. (Quelle:
"Der Gefährte", Heft Nr. 4-2015, S. 8f., St. Andrä)
- Mediatrix-Verlag
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Am 26. Juli gedenken wir der
heiligen Mutter Anna
Anna ist ein alter, gebräuchlicher Name, der wieder immer mehr
in den Vordergrund tritt und heute zu den beliebtesten Namen für Mädchen
zählt. Er ist für jede Trägerin eine Auszeichnung, und hat
eine hohe Bedeutung: Anna war die Mutter der jungfräulichen Gottesmutter
Maria. Der Name Anna bedeutet im Hebräischen „die Begnadete".
Der 8. Dezember ist der große Feiertag, an dem wir die Unbefleckte
Empfängnis begehen. Nach der Lehre der Römisch-Katholischen Kirche
geschah die Empfängnis Marias als Unbefleckte Empfängnis. Die
Verheißungen des Engels sind Hinweis auf die besondere Erwählung
Mariens von Anfang an.
Dank ihrer Stellung als Mutter Mariens ist Anna aus der Kirchengeschichte
nicht wegzudenken.
Man malte sie im Mittelalter gern als ältere Frau, die auf
ihrem Schoß oder Arm ihre Tochter Maria trägt, zugleich wird
auch das kleine Jesuskind abgebildet. Solche Statuen oder Bilder werden
Anna selbdritt' genannt. Sankt-Anna-Heiligtümer gibt es viele, zum
Beispiel die Sankt-Anna-Basilika in Altötting.
Seit 1501 befindet sich eine angebliche Kopf-Reliquie der hl. Anna,
das Annahaupt, in Düren. Weitere Reliquien befinden sich in Wien und
anderen Städten.
Anna hat ihren Glauben gelebt, und sie hat ihn an ihre Tochter,
die hl. Gottesmutter Maria, von früher Kindheit an weitergegeben.
Denken wir daran, daß unser Glaube das größte und kostbarste
Erbe ist, das wir unseren Kindern hinterlassen können.
Wie ein Glied einer wertvollen Kette möge jede Generation das
Glaubensgut an die nächste weiterreichen, sagte Papst Franziskus bei
einer feierlichen Messe im Vatikan, wo er anschließend 26 Kindern
das Taufsakrament spendete.
(Quelle: "Der Gefährte",
Heft Nr. 4-2016, S. 7, St. Andrä) - Mediatrix-Verlag
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Anna Henle
Aichstetten, 1925 -1950
Am 4. Oktober 1925 erschien der seit ihrem 16. Lebensjahr stigmatisierten
Anna Henle, Maria als Unsere Liebe Frau von Salette und sagte: „Bete, bete,
bete! Leide, leide, leide! Höre nicht auf zu beten! Das Geheimnis
liegt schwer über der Welt. Die Sonne des Lichtes wird hervorgehen
aus den Wolken des Kampfes und aufleuchten zum Angesicht Gottes..!
Am Tage ihrer Erstkommunion hatte sie die Dornenkrone gewählt
und damit die Berufung als Sühneseele angenommen. Sie wurde gelähmt
und hatte große Schmerzen zu erleiden. Zahlreiche Visionen und andere
mystische Erlebnisse bereicherten ihr Leben.
Sie sah auch die dreitägige
Finsternis:
„Drei Tage Nacht werden noch kommen. Wenn dann die Irrlehren und
Sekten verschwinden, wenn sie mit der Geißel der Strafrute geläutert
werden und verstummen, dann wird es herrlich und Friede werden. Die Strafe
trifft die ganze Welt. Die drei Tage der Finsternis sind zu vergleichen
mit den drei Stunden Jesu am Kreuze - und sie kommen schnell. Es wird plötzlich
Nacht werden und die Erde wird zittern und beben wie noch nie. Große
„Umwälzung" der Erde in den drei dunklen Tagen. Die Erde wird nachher
nicht mehr so sein wie heute. Durch eine Verkantung (Umwälzung) der
Erdachse werden sich die Klimazonen verschieben. Afrika wird milderes Klima
bekommen, Europa wärmeres. Das wird allgemein gedeutet als Zeichen
der Gerechtigkeit Gottes. Die übriggebliebenen Europäer werden
dann auch Hitze zu ertragen haben."
(Offb 6,12-17; 8, 12-13; 9,
2)
(Quelle: "Der Gefährte" 3/2014,
S. 24, Wien)
Hl. Antonius von Padua
Der hl. Antonius zählt zu den beliebtesten Heiligen, Papst
Leo XIII. nannte ihn „den Heiligen der ganzen Welt". Überall sind
Kirchen und Kapellen nach ihm geweiht, jeder kennt die Legenden um den
großen heiligen, begnadeten Franziskaner-Prediger. Am 13. Juni ist
der Gedenktag dieses großen Heiligen, dessen Name bedeutet: der vorne
Stehende.
Unzählige Berichte Gläubiger zeigen, daß der hl. Antonius
hilft. Zahlreich sind die Überlieferungen großer Wunder.
Der angesehene Kirchenlehrer wurde um 1195 in Lissabon in Portugal
geboren und starb am 13. Juni 1231 in Arcella, heute ein Stadtteil von
Padua, Italien.
Ferdinand Martim de Bulhöes e Taveira: So lautete sein Geburtsname,
wuchs als Sohn einer Adelsfamilie in Wohlstand auf. Er wurde an der Schule
der Augustiner im Kloster an Sao Vicente de Fora in Lissabon und ab 1212
im Kloster S. Cruz in Coimbra ausgebildet. Nach seinem Studium wurde er
1212 in Coimbra zum Priester geweiht. Erschüttert durch das Erlebnis
der Bestattung der Gebeine der fünf marokkanischen Märtyrer reifte
sein Entschluss, sich den Franziskanern anzuschließen; 1220 trat
er in Coimbra ins Kloster Santo Antonio Olivares ein und nahm den Ordensnamen
Antonius an.
1220 ging Antonius nach Marokko, wurde aber durch eine schwere Krankheit
zur Heimkehr gezwungen, wobei ihn ein Sturm nach Sizilien verschlug. Er
ging nach Assisi und nahm 1221 am Generalkapitel seines Ordens teil; dabei
erlebte er die Versammlung mit 3000 Ordensbrüdern und Franziskus persönlich.
Die Brüder erkannten seine Begabung als Redner; Antonius lebte dann
längere Zeit in der Einsiedelei auf dem Monte Paulo bei Forli. Seine
franziskanische Armut verlieh seinen Reden Glaubwürdigkeit, seine
enorme Bibelvertrautheit verschaffte ihm Bewunderung und er wirkte überzeugend.
Keine Kirche war groß genug, wenn Antonius predigte. Und seine Rede,
die Klarheit seines Glaubens überzeugte alle Zuhörer. Viele bekehrten
sich, wenn sie ihm einmal zugehört hatten, und er schaffte es mit
seinen Worten, daß sich Menschen versöhnten und zerstrittene Familien
und Dorfgemeinschaften einander wieder die Hand reichten. Papst Gregor
IX. nannte ihn, als er ihm zuhörte, „Schatztruhe der Heiligen Schrift".
Die Geschichte berichtet von seiner ans Wunderbare grenzende Begabung,
sich fremden Völkern bei einem Konzil in Rom nur durch den Klang und
Ausdruck seiner Rede verständlich zu machen. Zu
den bekanntesten der Legenden gehört die Predigt am Ufer von Rimini:
die Einwohner wollten ihn nicht hören, aber die Fische versammelten
sich und streckten ihre Köpfe aus dem Wasser; dieses Wunder führte
dazu, daß sich fast die ganze Bevölkerung der Stadt bekehrte. Als
jemand die Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie bezweifelte,
ließ Antonius einen Maulesel herbei bringen, der drei Tage nichts
zu Fressen bekommen hatte; das Tier fiel, ohne das gereichte Futter zu
berühren, vor Antonius nieder, weil dieser ihm mit der Hostie entgegentrat.
Den Schlüssel verlegt, ein Kleinod verloren? Wer etwas sucht,
betet zum Hl. Antonius. Sein Patronat für verlorene Sachen geht zurück
auf die Überlieferung, daß ein junger Mönch den Psalter des
Antonius ohne dessen Erlaubnis mitnahm. Daraufhin wurde er von Erscheinungen
heimgesucht, so daß er das Buch schleunigst zurückbrachte. Das Jesuskind
auf Antonius Armen ist auf vielen Gemälden zu sehen und geht auf eine
Begebenheit zurück, nach der ein Graf als Gastgeber des Heiligen diesen
nachts aufsuchte, um sich nach seinem Befinden zu erkundigen. Aus der Kammer
des Heiligen drang ein so heller Lichtschein, daß der Graf einen Brand
vermutete und erschrocken die Tür aufriss. Er fand Antonius lächelnd
vor, in seinen Armen das strahlende Jesuskind haltend. Der Augenzeuge durfte
erst nach dem Tode des Heiligen von diesem Geschehnis berichten.
Auch in Österreich sind dem heiligen Antonius viele Kirchen
und Kapellen geweiht. Verbreitet ist im deutschsprachigen Raum das Gebet
zum hl. Antonius als Helfer zum Wiederfinden verlorener Sachen: „Heiliger
Antonius, du kreuzbraver Mann, führ' mich dahin, wo das Verlorene
sein kann!"
Der große Redner Antonius wurde an einem Dienstag bestattet,
dabei sind nach der Überlieferung die ersten Wunder geschehen. Deshalb
sind seit dem 17. Jahrhundert die Antonius-Dienstage beliebt und es werden
spezielle Andachten abgehalten. Bitten, die an neun Dienstagen hintereinander
vorgetragen werden, sollen größere Aussicht auf Erfolg haben;
der Brauch geht auf die Legende zurück, nach der eine kinderlos gebliebene
Adelige sich in Bologna an den hl. Antonius wandte, indem sie vor seinem
Bild betete. In der folgenden Nacht erschien er ihr im Traum und wies sie
an: „Besuche an neun Dienstagen mein Bild in der
Franziskanerkirche, dann findest du Erhörung." Nach den neun
Dienstagen war die Frau schwanger, gebar aber schließlich ein völlig
missgestaltetes Kind. Enttäuscht legte sie es auf den Antonius-Altar.
Und während sie den Heiligen anflehte, verwandelte es sich in einen
gesunden Säugling.
Antonius wird als Patron der Armen und Sozialarbeiter, der Liebenden
und der Ehe, der Frauen und Kinder, der Bäcker, Bergleute, Schweinehirten
und Reisenden verehrt. Bei Krankheiten der Pferde und Esel; gegen Unfruchtbarkeit,
teuflische Mächte, Fieber, Pest und Viehkrankheiten wird er angerufen;
bei Schiffbruch und in Kriegsnöten und für das Wiederauffinden
verlorener Gegenstände bittet man den hl. Antonius um Hilfe: „O Herr,
verlasse jene nicht, die du erlöst hast. Verlasse sie nicht, die nur
dich besitzen", betete der heilige Antonius und predigte: "Beten bedeutet
sein Herz offenhalten für Gott; beten ist Gespräch mit Gott,
ein Ausruhen des Geistes, der, von oben erleuchtet, sich in Gott gefällt.
Im Bittgebet dürfen wir Gott auch um zeitliche Güter bitten,
die uns in diesem Leben nützen; aber wer Gott in wirklich christlichem
Geist um etwas bittet, stellt den eigenen Willen immer hinter den Seinen
zurück, selbst dann, wenn das Gebet von der Notwendigkeit eingegeben
ist. Denn einzig der himmlische Vater weiß, was für uns wahrhaft
unerlässlich ist. Gebet ist Danksagung. Das bedeutet: wir erkennen,
daß alles Gute von Gott kommt und opfern ihm dafür all unser Wirken
auf. So wird unser ganzes Leben zum Gebet.
Der Herr zeigt sich denen, die im Frieden und in der Demut des Herzens
leben. Trübes oder bewegtes Wasser spiegelt nicht das Antlitz dessen,
der sich darüber beugt. Wenn du daher willst, daß das Antlitz Christi
in deinem Antlitz sichtbar werde und du so ein wahrer Christ bist, dann
sammle dich in Schweigen und verschließe die Tore deiner Seele vor
dem Lärm der äußerlichen Dinge.
Das Grußwort der Engel und der Segen Gottes sind nicht für
jene bestimmt, die mitten unter Marktschreiern leben, ständig erregt
und zerstreut. Das "Ave" des Engels erreichte die Gottesmutter, als sie
in der Stille ihrer Kammer zum Gebet sich sammelte. ... Wenn Gott zu einem
Menschen sprechen und ihn mit seiner Liebe erfüllen will, führt
er ihn weg von irdischer Geschäftigkeit, in die Einsamkeit. Er beugt
sich zum Ohr dessen, der schweigt, und teilt ihm seine Geheimnisse mit."
(Quelle:
"Der Gefährte", Heft Nr. 4-2015, S. 5f., St. Andrä)
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hl Benediktus von Nursia: Am
21. März feiern wir seinen Geburtstag
Der hl. Benedikt von Nursia war nicht nur
der Gründervater des abendländischen Mönchtums, dessen Regeln
bis heute für die Gemeinschaft wichtig und wertvoll sind. Vor ca.
1500 Jahren entstand im Kloster Montecassino jene wertvolle Schrift, die
bis heute die beste Anleitung für alle Gläubigen für ein
erfülltes Leben ist: die Regel des hl. Benedikt. Der weise Mönch
zählt auch zu den großen Wundertätern der Kirchengeschichte.
Er vollbrachte viele Wunder an Kranken und Verzweifelten. (Quelle:
"Der Gefährte", Heft Nr. 2-2016, S. 4, St. Andrä)
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Hl. Bruder Konrad von Altötting
Vor hundert Jahren starb Bruder Konrad von Parzham im Ruf der Heiligkeit.
Einundvierzig Jahre versah er den Pfortendienst des St. Anna-Klosters in
Altötting in aufopfernder Liebe und einem solchen Gebetseifer, daß
er den Schlaf in den ersten dreißig Ordensjahren auf zwei bis drei
Stunden beschränkte. Der Weg ins Kloster war für Bruder Konrad,
der vor sechzig Jahren heiliggesprochen wurde, nicht leicht.
„Der liebe Gott verläßt mich nicht; er hat schon einen
Platz für mich aufbewahrt." Damit tröstete sich der Jungbauer
Johannes Birndorfer, der spätere Bruder Konrad, wenn wieder ein Gesuch
um Aufnahme in ein Kloster abschlägig beschieden war. Kurze Zeit hat
der Zwanzigjährige sich mit dem Gedanken getragen, noch Priester zu
werden. Jeder andere wäre da an seiner Stelle auf das Zureden seiner
Geschwister eingegangen und hätte den elterlichen Hof übernommen.
Dieser gehörte mit seinen 125 Tagwerk, seinem reichen Viehbestand
und seinen sechs Bediensteten zu den stattlichsten im Rottal. Doch viel
zu deutlich vernahm Johannes in sich eine Stimme, daß Gott ihn ganz
für sich haben wolle.
Dieser Platz, den Gottes Vorsehung für ihn „aufbewahrt" hatte,
sollte die viel besuchte Klosterpforte des St. Anna-Klosters in Altötting
sein. Daß der Dreißigjährige noch Aufnahme bei den Kapuzinern
fand, hatte er der Fürsprache seines Seelenführers zu verdanken.
Schon den Knaben zog es zu Gott hin. Am liebsten war es ihm, wenn
er beten konnte. So betete er auf dem Weg zur Schule den Rosenkranz und
wußte auch andere Kinder dafür zu gewinnen. Je älter er
wurde, umso mehr wuchs auch seine Liebe zum Gebet. Wo er nun ging und stand,
ständig waren die Gedanken des jungen Mannes bei dem allgegenwärtigen
Gott, dem immer mehr die Liebe seines Herzens gehörte. War am Abend
die Kammertür hinter ihm geschlossen, so war meist alle Müdigkeit
verflogen, und die Stunden eilten in der Zwiesprache mit Gott nur so dahin.
Der Morgen brach oft an, ohne daß er sich einen Augenblick zur Ruhe
niedergelegt hatte...
Der Sonntag des Bauern gehörte ganz Gott. Um noch eine zweite
Messe besuchen zu können, war er bei Tagesanbruch bereits unterwegs
zur Frühmesse nach Griesbach, das Amt feierte er in der Pfarrkirche
zu Weng mit und fand sich häufig noch zur Vesper in Birnbach ein,
wo er danach noch zwei Stunden in Anbetung vor dem Tabernakel verharrte.
Daß damit ein vier- oder fünfstündiger Weg in Kauf genommen
werden mußte, beachtete er nicht weiter.
Bei einer Wallfahrt nach dem fünf Stunden entfernten Aigen
lernte der Zweiundzwanzigjährige in Benefiziat Dullinger seinen Seelenführer
kennen. Alle acht oder vierzehn Tage zog er nun dorthin, um zu beichten,
dem Gottesdienst beizuwohnen, zu kommunizieren und seinen Rat zu erbitten.
Bereits um ein Uhr nachts brach er auf. Auch strömender Regen, hoher
Schnee oder Glatteis konnten ihn nicht davon abhalten. Wenn er nach zehnstündigem
Marsch, auf dem er ständig betete, am Spätnachmittag nach Hause
kam, war er noch nüchtern. Nach einer kleinen Stärkung zog er
sich auf seine Kammer zurück, um zu beten oder ein geistliches Buch
zur Hand zu nehmen. An diesem Gang nach Aigen hielt er neun Jahre fest,
bis er ins Kloster eintrat.
Die Wertschätzungen der heiligen Messe verdankte er dem Volksbuch
des Martin von Cochem. Er hat es eifrig gelesen, betrachtet und sich zum
geistigen Eigentum gemacht. Der sonst so in sich Gekehrte konnte begeistert
reden, wenn man von der Eucharistie sprach. Das Geheimnis der Eucharistie
bildete die Mitte und Quelle seiner Frömmigkeit . Hier holte er sich
die Kraft zur Nachfolge seines gekreuzigten Herrn.
In seinem Leben gab es viele mystische Ereignisse und außergewöhnliche
Begebenheiten. So gab es beispielsweise mehrere Zeugen, die erzählten,
sie hätten aus seinem Mund goldene Kugeln aufsteigen sehen, wenn er
am Altar der Gnadenkapelle betete...
Was aber am meisten auf die Menschen ausstrahlte, das war seine
Liebe, vor allem zu den Armen, Bedürftigen und Kranken, zu den Handwerksburschen,
die nie ohne ein Stück Brot oder einen frischen Trunk von der Pforte
gingen.
Er starb vor hundert Jahren und wurde vor sechzig Jahren heiliggesprochen.
Eröffnet wurde das Jubiläumsjahr in Altötting mit dem Triduum
vom 21. bis 24. April.
Heiliger Bruder Konrad, bitte für uns!
(Quelle: "Ave-Kurier" Sept./Okt. 1994,
S. 18f., St. Andrä)
hl.
Christina - LINK: zenit.org
Dismas. der reuige Schächer
Dismas hieß der der reuige Schächer zur Rechten Christi,
dessen Reue bewirkte, daß ihm bei der Kreuzigung die Verheißung
Christi zuteil wurde:
"Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst", war die aufrichtige
Bitte des reuigen Verbrechers in seiner Todesstunde, die der Heiland erfüllte:
"Heute
wirst du mit mir im Paradiese sein." (Lukasevangelium 23,43).
Seinen Gedenktag feiern wir am 25. März.
Die Bibel beschreibt ihn als jenen Räuber, der der Heiligen
Familie bei der Flucht nach Ägypten (Matthäusevangelium 2,13-15)
den Weg zeigte und sie in das Räuberhaus aufnahm; deshalb, und wegen
der Reue über seine schlechten Taten, hat er als Belohnung die Gnade
der Bekehrung am Kreuz erhalten.
So wurde der gute Schächer Dismas zum Vorbild vollkommener
Reue. Er ist der Patron der Fuhrleute und aller Todgeweihten und zum Tode
Verurteilten und er wird für einen guten Tod angerufen. Er wurde erst
im Mittelalter und besonders im Franziskanerorden verehrt. Das Martyrologium
Romanum von 1962 nennt ihn, aber ohne Namen. Außer in den Kreuzigungsdarstellungen
erscheint Dismas unter den ersten Erlösten der Vorhölle neben
Johannes dem Täufer, Adam und Eva. Sein Kreuz soll nach Zypern gelangt
sein, wo er besonders verehrt wird. Ein Partikel seines Kreuzes und andere
Reliquien wurden in Bologna verehrt.
Die im Rufe der Heiligkeit verstorbene Äbtissin Maria von Agreda
schreibt über Dismas:
„Der eine der beiden Räuber, mit Namen Dismas, erkannte etwas
von dem Geheimnis der Erlösung; und weil zu gleicher Zeit auch die
Fürsprache und das Gebet Unserer Lieben Frau wirkte, so wurde derselbe
innerlich erleuchtet, um seinen Erretter und Lehrmeister an diesem ersten
Worte, das derselbe am Kreuze sprach, zu erkennen. Von wahrem Reueschmerz
über seine Sünden ergriffen, wandte er sich zu seinem Leidensgefährten
und sprach zu ihm: „Auch du fürchtest Gott nicht, da du doch dieselbe
Strafe erleidest? Wir leiden, was wir verdient haben; dieser aber, der
für uns leidet, hat nichts Böses getan." Dann redete er unseren
Heiland an und sprach zu ihm: „Herr! gedenke meiner, wenn Du in Dein Reich
kommst!"
An diesem so überaus glücklichen Räuber, sowie am
Hauptmann und an den übrigen, welche Christus am Kreuze bekannten,
begann die Erlösung ihre ersten Wirkungen zu äußern. Der
Allerglücklichste aber war Dismas, welcher das zweite Wort des Herrn
zu vernehmen gewürdigt wurde: „Wahrlich, ich
sage dir, heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein!" 0 glückseliger
Räuber, der du allein der Gnade teilhaftig wurdest, ein solches Wort
zu vernehmen, nach welchem alle Gerechten und Heiligen der Erde sich sehnen!
Den alten Patriarchen und Propheten war es nicht gegönnt, dasselbe
zu vernehmen; ja sie schätzten sich schon glücklich weil sie
in die Vorhölle hinabsteigen und dort viele Jahrhunderte lang auf
das Paradies warten durften, das du in jenem einen Augenblick gewonnen
hast, indem du glücklicherweise dein bisheriges Geschäft vertauscht
hast. Soeben hast du aufgehört, fremdes und irdisches Gut an dich
zu reißen, und nun hast du den Himmel aus der Hand seines Herrn an
doch gerissen. Du reißt ihn aber an dich nach der Gerechtigkeit,
und der Herr gibt ihn dir aus Gnade, denn du bist der letzte Schüler
gewesen, der während seines Lebens seine Lehre gehört, aber der
erste, der sie, nachdem er sie vernommen, im Werke ausgeübt hat. Du
hast deinen Mitbruder geliebt und zurechtgewiesen, deinen Schöpfer
bekannt, seine Lästerer getadelt, den Heiland durch geduldiges Leiden
nachgeahmt und als den Erlöser in Demut angefleht, daß er sich in
Zukunft dieses Elends erinnern möge. Er aber hat als der Verleiher
der Herrlichkeit auf der Stelle deine Wünsche belohnt, ohne die Vergeltung
hinauszuschieben, welche Er für dich und alle Sterblichen verdient
hat."
(Aus: „Die Mystische Stadt Gottes",
22. Hauptstück)
Meß-Novene zu Ehren des
heiligen Dismas
1. Die erste Heilige Messe zu Ehren des Schmerzes und der Liebestreue,
die der heilige Dismas über seine Sünden hatte.
2. Die zweite Heilige Messe zu Ehren des heiligen Dismas als Advokat
und Bekenner Jesu Christi. (Er verteidigt Christus gegen die Lästerer)
3. Die dritte heilige Messe zu Ehren des öffentlichen Bekenntnisses
seiner Sünden vor Christus auf Golgotha und die völlige Vergebung,
die der heilige Dismas erhielt.
4. Die vierte Heilige Messe zu Ehren der Gnade, daß der heilige
Dismas Zeuge des blutigen Sühneopfers Jesu Christi auf Golgotha war.
5. Die fünfte Heilige Messe zu Ehren der großen Buße,
die der heilige Dismas erbrachte, das geduldige Ertragen der furchtbaren
Qualen der Kreuzigung, das langsame Sterben und Zerschlagen der Gebeine.
6. Die sechste Heilige Messe zu Ehren der brennenden und eifrigen
Liebe des heiligen Dismas und seiner Verherrlichung der unendlichen Barmherzigkeit
Gottes.
7. Die siebte Heilige Messe zu Ehren der Verherrlichung des Kostbaren
Blutes Jesu Christi durch die Bekehrung des Dismas, das letzte und größte
Wunder Christi während seines Erdenlebens, erbetet durch die Fürsprache
der Schmerzensmutter unter dem Kreuz.
8. Die achte Heilige Messe zu Ehren der Bitte des heiligen Dismas:
„Herr, gedenke meiner, wenn Du in Dein Reich kommst!" und des zweiten Wortes
Jesu am Kreuze, mit der wunderbaren Verheißung an ihn: „Wahrlich
ich sage Dir, noch heute wirst Du mit mir im Paradiese sein!"
9. Die neunte Heilige Messe zu Ehren der Heiligsprechung des Dismas
durch Jesus Christus selbst, vom Kreuze herab.
(Quelle: "Der Gefährte" 3/2014,
S. 10-12, Wien)
Hl. Crescentia von Kaufbeuren
Anna Höß wurde am 20. Oktober 1682 als sechstes von acht
Kindern des Webers Mathias und Lizia Höß in Kaufbeuren geboren.
Mithilfe des evangelischen Bürgermeisters (die Stadt war zu zwei Drittel
evangelisch) konnte Anna 1703 in das Kaufbeurer Franziskanerinnenkloster
eintreten. Sie erhielt den Namen Crescentia (die Wachsende). 1710 arbeitete
sie an der Pforte und später als Krankenschwester, ab 1717 war sie
Novizenmeisterin und 1741 Oberin.
Sie setzte sich für die Verwirklichung des göttlichen
Willens im Dienst am Nächsten ein. Wichtig waren ihr die Verehrung
des Heiligen Geistes und die Nachfolge Christi durch bewußte Annahme
des Leidens. Ihr Gebet mündete häufig in Visionen, für sie
ein „Schauen mit den Augen der Seele durch den Glauben". Rasch wurde sie
zur vielgesuchten Beraterin und Helferin und zur einflußreichen Seelenführerin.
Die hl. Crecentia starb am 5. April 1744 im Ruf der Heiligkeit.
Papst Leo XIII. sprach sie am 7. Oktober 1900 selig, Papst Johannes
Paul II. am 25. November 2001 dann heilig.
GEBET
Heilige Crescentia, mit großem Vertrauen
rufen wir dich an und flehen um deine Hilfe.
Wir glauben fest an die Macht deiner Fürbitte.
Du weißt um unsere Sorgen und Anliegen.
Bitte bei Gott für uns und alle, die
wir seiner Barmherzigkeit empfehlen. Lass uns deine
mütterliche Hilfe erfahren, jetzt und
in der Stunde unseres Todes. Amen.
hl. Florian
Der heilige Florian, dessen Namenstag wir am 4. Mai feiern, gehört
zu den großen Märtyrern der Katholischen Kirche. Sein Leben
und Sterben ist bis heute als ein Vorbild für alle mutigen Menschen,
die sich für die Nöte der Anderen einsetzen, auch unter Lebensgefahr.
Der hl. Florian wird in Feuer- und Wassernot gerufen und ist der Patron
der Feuerwehr und der Rauchfangkehrer. Für seine Weigerung, den Göttern
zu opfern, wurde er hart bestraft: er wurde mit einem um den Hals gehängten
Stein beschwert und von der Brücke in die Enns gestürzt. Dies
geschah am 4. Mai 304.
(Quelle: "Der Gefährte" 3/2014,
S. 13, Wien)
Die Rosenheilige Germaine
Die heilige Germaine oder Germana Cousin lebte im 16. Jahrhundert
in Pibrac nahe Toulouse, in Frankreich als einfache Hirtin. Sie lebte asketisch
und demütig und war sehr fromm. So wohnte sie täglich der heiligen
Messe bei und fand bei ihrer Rückkehr die Herde jeweils am gleichen
Orte wie vorher. Bekannt geworden ist das Blumenwunder: Eines Tages wurde
sie von ihrer hartherzigen Stiefmutter verfolgt, weil sie immer wieder
mit den Armen ihr dürftiges Essen teilte. Als die Stiefmutter sie
verfolgte, zur Rede stellte und den vollen Rockinhalt sehen wollte, sah
sie zu ihrem Erstaunen einige Rosen statt Brot. Germaine starb am 15. Juni
1601 in Pibrac. Im Jahre 1644 wurde ihr unverwester Leib wunderbar aufgefunden.
Wunderbare Vorkommnisse begleiten die Geschichte der hl. Germana seit ihrem
Tod. (Quelle: "Der Gefährte",
Heft Nr. 4-2015, S. 2, St. Andrä) -
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Die selige Gertrud
Am 7. September wird des Todestages der seligen Gertrud gedacht.
Die selige Gertrud von Altenburg war die Tochter der hl. Elisabeth von
Thüringen. Einem Gelübde ihrer noch schwangeren Mutter gehorchend,
trat das Kind dem Prämonstratenserinnen-Stift Altenberg bei, wo sie
später auch Äbtissin wurde. Elisabeth starb wenige Jahre nach
der Geburt Gertruds. Mit acht Jahren konnte Gertrud im Mai 1235 die Heiligsprechung
ihrer Mutter in Marburg mitfeiern; mit 24 Jahren wurde sie 1248 die dritte
Magistra von Altenberg. Von ihrem Erbe errichtete sie die Stiftskirche
sowie Häuser für Arme und Kranke, in denen sie tatkräftig
mitarbeitete.
Gertrud von Altenberg war eine große Anhängerin der Kreuzzugsbewegung.
Besonders lag ihr die Einführung des Fronleichnamsfestes, das bereits
1270 in Altenberg gefeiert wurde, am Herzen. Sie besaß die Gabe,
verfeindete Menschen zu versöhnen. Gertrud starb 69-jährig nach
50 Jahren als Oberin am 13. August 1297 an einer schweren Krankheit.
(Quelle: "Der Gefährte",
Heft Nr. 4-2015, S. 2, Wien) -
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Hl. Edith Stein
„Gott kennt jede Menschenseele von Ewigkeit her, mit allen Geheimnissen
ihres Wesens und jedem Wellenschlag ihres Lebens", davon war die Konvertitin
und große Märtyrerin Edith Stein überzeugt.
Nüchterne Fakten können nicht die Größe dieser
Seele beschreiben, diesen menschgewordenen Aufruf zur Entschiedenheit,
dennoch seien sie hier kurz angeführt: Edith Stein kommt am 12. Oktober
1891 als Kind jüdischer Eltern in Breslau zur Welt und wird im jüdischen
Glauben erzogen. Als junge, aufgeweckte und hinterfragende Frau verliert
sie ihren Glauben und wird Atheistin. Sie studiert Philosophie und wird
Schülerin des Philosophen Edmund Husserl. Sie wird als ernst, gewissenhaft
und fleißig beschrieben. Während ihrer Studien setzt sich die
junge Frau intensiv mit Frauenrechten, dem Person-Sein des Menschen, mit
seiner Wesensbestimmung und mit seiner religiösen Dimension auseinander.
Sie promoviert und arbeitet als wissenschaftliche Assistentin. Für
ihre Umgebung überraschend, konvertiert sie 1922 zum katholischen
Glauben. Bis zum Berufsverbot 1933 arbeitet sie als Gymnasiallehrerin und
wissenschaftliche Dozentin in Münster. 1933 tritt sie als Schwester
Teresia Benedicta a Cruce in den Kölner Karmel ein, flieht später
aus politischen Gründen in den holländischen Karmel von Echt.
Anfang August 1942 - nach einem holländischen Hirtenwort zur Judenverfolgung
- wird Edith Stein von der Gestapo abgeholt, zusammen mit Frauen und Kindern
inhaftiert. Am 7. August 1942 wird sie nach Auschwitz-Birkenau deportiert,
wo sie zwei Tage später in einer Gaskammer ermordet wird. Edith Stein,
die Karmelitin, die ein einzigartiges Lebens- und Glaubenszeugnis hinterlassen
hat, wurde am 1. Mai 1987 in Köln seliggesprochen, am 11. Oktober
1998 fand in Rom ihre Heiligsprechung statt.
Buchempfehlung:
Neues Hörbuch über Edith Stein!
Die hl. Edith Stein, als Kind in eine jüdische Familie hineingeboren,
konvertierte zum katholischen Glauben. Dieses Buch beschreibt ihre Zeit
als Lehrerin in Speyer. Zeitzeugen und Schülerinnen lassen ihre menschliche
Größe, ihre Spiritualität und ihre Mystik deutlich werden.
Ein ergreifender Lebensbericht mit vielen Fotos. 188 Seiten, Bestell-Nr.
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Die Katholische Kirche verehrt Edith Stein als Heilige und Patronin
Europas. Das Hörbuch zeichnet einige Stationen ihres bewegenden Lebensweges
nach und lädt ein, die große Gläubige und Philosophin Edith
Stein, Teresia Benedicta a Cruce wie ihr Ordensname lautet, näher
kennenzulernen. Hörbuch , 1 Audio-CD, mit 24seitigem Booklet, Bestell-Nr.
CD-275, € 15,90, sFr. 21,20.
(Quelle: "Der Gefährte",
Heft Nr. 4-2015, S. 9, S. 11, Wien) - Mediatrix-Verlag
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Hl. Elisabeth
Die hl. Elisabeth, Landgräfin von Thüringen, ist eine
der beeindruckendsten Frauengestalten der Kirchengeschichte. Bis heute
ist ihre konsequente Frömmigkeit herausfordernd und ein Vorbild für
viele Menschen. Die 1207 geborene Tochter von König Andreas II. von
Ungarn (1205-35) und Gertrud von Kärnten-Andechs-Meran kam im Alter
von vier Jahren zur Erziehung „in deutscher Umgebung" an den thüringischenLandgrafenhof.
1221 heiratete Elisabeth in der Eisenacher Georgenkirche Ludwig IV. Als
Überflutung, Hunger und Pest Thüringen heimsuchten und ihr Gemahl
in Italien weilte, handelte Elisabeth entschlossen. Sie verteilte
Güter und Getreide aus der Kornkammer unter den Armen. Unterhalb der
Wartburg richtet sie ein Hospital (Siechenhaus) ein. Sie half täglich
mehr als neunhundert Armen.
Nach nur sechs Ehejahren starb Ludwig IV. 1227 auf dem Kreuzzug
vor der Küste von Otranto (Italien) an Pest, als sie kurz vor der
Geburt ihres dritten Kindes stand. Ihr Onkel Eckbert, Bischof von Bamberg,
beabsichtigte eine neuerliche Heirat für sie zu arrangieren, was Elisabeth
aber ablehnte.
Stattdessen legte Elisabeth am Karfreitag 1128 im Franziskanischen
Haus von Eisenach ihre Gelübde ab, verteilte einen Teil ihrer Güter
unter den Armen und ließ im Sommer das franziskanische Hospital in
Marburg errichten, wo sie sich aufopferungsvoll und ohne Rücksicht
auf ihre eigene Gesundheit um die Kranken kümmerte.
Am 17. November 1231, im Alter von nur 24 Jahren, starb dieser „Engel
der Armen" in Marburg. Und schon am ersten Tag nach ihrer Bestattung in
der Hospitalkirche wird von ersten Wundern, vor allem Heilungswundern,
auf ihre Fürsprache hin berichtet. Die Heiligsprechung Elisabeths
erfolgte am Pfingstfest 1235.
Das Rosenwunder
In der Legende des Rosenwunders wird die Nächstenliebe und
Mildtätigkeit Elisabeths und ihre Zuwendung zu den Armen und zur Armut
dargestellt. Elisabeth geht eines Tages in die Stadt, um den Armen Brot
zu bringen. Ihre Schwiegermutter beobachtet sie und schickt Ludwig nach,
um sie zurechtzuweisen. Sie würde noch den ganzen Hof arm machen,
wenn er weiter zulasse, daß sie alles verschenkt. Daraufhin geht er ihr
nach und bittet sie, die Schürze zu öffnen und ihm zu zeigen,
was sie da verborgen hält. Elisabeth öffnet die Schürze
und zum Vorschein kommen lauter Rosen. Ludwig erkennt dadurch den Willen
Gottes und steht noch mehr zu seiner Frau und ihrem Wirken.
(Quelle: "Fatima ruft", 1/2014, S.
15, Kisslegg)
Hl. Johannes von Gott (1495-1550)
Heilig. Kaum ein anderes Wort schafft es,
so viel zu sagen und doch so unbestimmt zu sein, wie der Begriff der Heiligkeit.
Heilig - das kann ganz profan etwas sein, was uns sehr am Herzen liegt,
auf das wir großen Wert legen, etwas oder jemand, auf den wir Acht
geben oder der uns ein Vorbild ist. Im religiösen Sprachgebrauch sind
es die Sakramente als Vollzüge der Kirche, dann die Heiligen, die
uns auf unserem Weg begleiten und die wir als Fürsprecher anrufen
- und natürlich Gott selbst. Noch im Alten Testament war die Heiligkeit
etwas, das einzig Gott zukommt. Gott ist heilig, ja Gott ist die Heiligkeit
in sich. Wenn wir also heute den Begriff „heilig" verwenden, dann für
etwas, das ganz und gar von Gott herkommt und in besonderer Weise mit ihm
verbunden ist.
Jeden Monat stellen wir eine Heilige oder
einen Heiligen der Kirche vor. Heilig gesprochen wurden diese Männer
und Frauen, weil sich in ihrem Wirken zeigte, welch enge Gottesbeziehung
ihr Leben prägte. Vor Gott haben ihr Glaube und ihre liebende Zuwendung
ewige Gültigkeit gewonnen.
Ein Mann, der Ende des 14. Jahrhunderts in
Portugal geboren wurde, hieß Johannes. Er war ein Mensch, dessen
besonderen Wert und Einsatz schon seine Zeitgenossen erkannt hatten. Ahnten
sie etwas von seiner Heiligkeit? Wegen seines herausragenden Dienstes am
Mitmenschen gaben sie ihm den Beinamen „von Gott". Gemeint ist damit eine
besondere Berufung durch Gott, die Johannes in seinem Leben, besonders
im Dienst an
den Kranken, erkannte und verwirklichte. Bekannt
ist er vor allem als der Schöpfer des neuzeitlichen Krankenhauses.
Der Männerorden der Barmherzigen Brüder, der sich noch heute
auf der ganzen Welt um die Krankenpflege sorgt, ging hervor aus einem von
Johannes gegründeten Verein, der nach der Regel der Augustiner lebte.
Johannes selbst gilt deshalb als Patron der Kranken und Sterbenden, aber
auch der Pflegekräfte. Er ist 1690 heilig gesprochen worden. Die Kirche
gedenkt seiner am 8. März.
Barmherziger Gott, die Liebe zu dir hat den
heiligen Johannes gedrängt, an den Leiden der Kranken Anteil zu nehmen
und ihnen zu helfen. Dränge auch uns zu Werken der Barmherzigkeit
und lass uns zu denen gehören, die dein Reich besitzen. Dadurch bitten
wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Jede Zeit hat ihre eigenen Heiligen hervorgebracht.
Nun liegt es an uns, die Augen zu öffnen, für mögliche große
Glaubenszeugen unserer Gegenwart.
„Liebe unseren Herren Jesus Christus über
alles in der Welt. Je mehr du ihn liebst, desto mehr wird er auch dich
lieben. Übe stets Nächstenliebe — so diese Jehlt, da fehlt auch
Gott..." (Johannes von Gott)
(Quelle: Julia Wächter in: "Bote von
Fatima" Nr. 3-2016, S. 28, Regensburg)
Hl. Kaspar del Bufalo
war ein leidenschaftlicher Missionar des Kostbaren Blutes Jesu Christi.
Hl. Maria de Mattias (1805 -
1866)
Heilige Maria De Mattias, starke und mutige
Frau, Anbeterin, Apostelin des Blutes Christi. In tiefer Einheit mit Gott
und grenzenloser Liebe für den Nächsten bist du den Spuren Jesu
des Herrn gefolgt. Deiner Fürbitte vertrauen wir uns an. Erbitte vom
Vater durch Christus im Heiligen Geist, daß sich in uns sein Wille erfülle,
daß unsere Gebete Erhörung finden und daß allen durch die Macht
des Kostbaren Blutes Jesu Frieden, Freiheit und Liebe geschenkt werde.
Amen
Maria De Mattias wurde am 4. Februar 1805 in Vallecorsa, Italien,
geboren. Mit 17 Jahren begegnete sie bei einer Volksmission in ihrem Heimatort
dem hl. Kaspar del Bufalo, dem Gründer der Missionare vom Kostbaren
Blut. Auf seine Anregung hin gründete sie 1834 die „Anbeterinnen des
Blutes Christi".
Sie gab ihrer Gemeinschaft den Auftrag, Zeugnis für die barmherzige
Liebe Gottes zu geben und sich für die Menschen einzusetzen, die im
Blut Christi erlöst sind. Am 20. August 1866 starb sie im Alter von
61 Jahren. Ihr Werk aber lebt weiter. Heute wirken die Schwestern ihrer
Gemeinschaft auf allen Kontinenten in 26 Nationen. Am 18. Mai 2003 wurde
Maria De Mattias von Papst Johannes Paul II. in Rom heiliggesprochen.
Nihil obstat: 1.7.2003, P. Ferdinand Zech
C.PP.S., Provinzial
Hl. Sr. Faustina Kowalska
Die heilige Schwester Faustine erweist sich immer mehr als wunderbare
Helferin und Fürsprecherin. Eine Kleinschrift, die kürzlich erschienen
ist, berichtet von auffallenden Gebetserhörungen und wunderbaren Krankenheilungen,
die der im Ruf der Heiligkeit verstorbenen Ordensfrau zugeschrieben werden...
Diese Mystikerin, die im Kloster die einfachsten Arbeiten verrichtete,
besaß eine Ausstrahlkraft, die auf das Jenseitige hinwies. Das Leuchten
von innen ließ ihre Gottesnähe spüren. In ihren Augen strahlte
etwas auf, das wie ein Leuchten aus einer anderen Welt kam... Schwester
Faustine hatte die Gabe der Seelenschau und die Gabe der Prophetie. In
ihren Visionen schaute sie Christus und empfing wunderbare Offenbarungen.
Christus hat sie zur Botin der Barmherzigkeit Gottes berufen und ihr aufgetragen,
ein Bild von ihm malen zu lassen. Dieses wunderwirkende Gnadenbild mit
der Aufschrift „Jesus, ich vertraue auf Dich!"
ist seit 1953 in der ganzen Welt verbreitet... Schwester Faustine, die
vorausgesagt hatte, daß ihr Leben ebensolange dauern werde wie das
unseres Herrn und Heilandes, starb mit dreiunddreißig Jahren, am
5. Oktober 1938, und wurde am 18. April 1993 von Papst Johannes Paul II.
in Rom seliggesprochen. Die Aufzeichnungen dieser großen Mystikerin
und Sühneopferseele zählen zum Ergreifendsten, was Menschen je
geschaut und empfangen haben. Sie geben einen tiefen Einblick in die Seele
einer außergewöhnlichen Ordensfrau und zählen zu den beeindruckendsten
Quellen christlicher Mystik. Näheres darüber in der Kurzbiographie
„Schwester
Faustine -Mystikerin, Sühneseele, Botin der Barmherzigkeit Gottes",
Bestell-Nummer 1938.
Von dem neuen Bücherl „Offenbarungen
Jesu an Schwester Faustine" mit der wunderwirkenden Gnadennovene
geht ein besonderer Segen aus. Diese Kleinschrift ist nun in neuer, erweiterter
Auflage erschienen. Eine Licht-, Kraft- und Gnadenquelle. Ein Segen für
unsere glaubensarme Zeit. Bestell-Nummer 1150.
- Mediatrix-Verlag
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(Quelle: "Der Gefährte" Nr. 6,
Sept./Okt. 1994, S. 10f., Wien)
John Henry Newman
Er liebte die Kirche, kämpfte, betete und litt für sie...
Die Kirche feiert heuer den zweihundertfünfzehnten Geburtstag
des berühmten englischen Konvertiten John Henry Newman. Er liebte
die Kirche, kämpfte, betete, opferte und litt für sie.
Mit dem Propheten Jeremia (20,9) durfte auch er ausrufen: "Dein
Wort, o Herr, brennt in mir wie Feuer! Du hast zu mir gesprochen, und ich
habe auf dich gehört. Ich bin ganz dein, o Herr, allmächtiger,
ewiger Gott, und mein Herz ist voll Freude." Newmans Botschaft dringt herauf
in unsere Zeit der Technik, der virtuellen Welten und der atomaren Bedrohung.
Kardinal Newman, der am 11. August 1890 in Birmingham starb, rät auch
uns: Lass dich von der Liebe Gottes ergreifen! Lass dich von der Liebe
Gottes führen! Lass an dir geschehen, was sich die ewige Liebe für
dich ausgedacht hat...
Mit Kardinal Newman, der Großes für Gott und die Kirche
wirkte, bitten auch wir: "Bleib bei mir, Herr, dann werde ich leuchten,
wie du geleuchtet hast, und werde anderen ein Licht sein. Lehre mich, dein
Lob, deine Wahrheit und deinen heiligen Willen kundzutun. Gib, daß ich
dich verkünde auch ohne zu predigen: nicht durch Worte, sondern durch
mein Beispiel, durch die weiterwirkende Kraft und den gewinnenden Einfluss
dessen, was ich tue, durch die Fülle der Liebe, die mein Herz für
dich, o Gott, bewegt..." 64 Seiten, Bestell-Nr. 2487, € 9,20, sFr.
13,50.
(Quelle: "Der Gefährte" Nr. 1,
Jan./Febr. 2016, S. 15, Wien) - Mediatrix-Verlag
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Buchvorstellung:
hl. Ludwig Maria Grignion von
Montfort
Das Goldene Buch
des hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort über die vollkommene Andacht
zu Maria ist ein Klassiker der
Marienfrömmigkeit, das viele Generationen geprägt hat.
Grignion von Montfort ist auch ein Prophet, denn er weist hin auf unsere
Zeit, welche das marianische Zeitalter genannt werden kann, wo die schwer
geprüfte Menschheit durch Maria zu Christus geführt wird. Der
Heilige zeigt - basierend auf der Heiligen Schrift und der Lehre der Kirche
- daß der kürzeste, sicherste und leichteste Weg, Christus zu finden,
Maria ist. Das Buch enthält die Grignion-Werke: Die wahre Andacht
zu Maria, das Geheimnis Mariens und den Brief an die Freunde des Kreuzes.
Zusätzlich findet man darin einen reichen Gebetsanhang und die Anleitung
zur Vollkommenen Hingabe an Jesus durch Maria. Dies ist ein Buch, das man
nicht nur lesen, sondern betrachten kann, weil es die Herzen anspricht.
354 Seiten, Bestell-Nr. 1395, € 16,50, sFr. 21,90.
(Quelle: "Der Gefährte" 3/2014,
S. 17, Wien)
Hl. Pater Pio - der Priester
mit den den Wundmalen Christi...
P. Pio, der erste stigmatisierte Priester der Katholischen Kirche,
zählt zu den großen Mystikern unseres Jahrhunderts. Er starb
am 23. September 1968. 47 Jahre nach seinem Tod ist sein Ruhm nicht kleiner
geworden. Unzählige Menschen besuchen sein Grab und verehren ihn.
... Gott wirkte Großes durch P. Pio. Er war ein Mann des Gebetes
und des Leidens. Die ihm erwiesenen Gnaden waren
in jeder Beziehung außergewöhnlich: sichtbare Wundmale, Mitleiden
der Passion Christi, Seelenschau, wunderbare Heilungen an Leib und Seele,
geistige Vaterschaft für Millionen Menschen, Bilokation, die gleichzeitige
Anwesenheit einer Person an zwei verschiedenen Orten. Es handelt
sich hier um eine im Leben vieler Heiliger bezeugte Erscheinung mystischer
Natur. Gott hat P. Pio tausendfach bezeugt. Viele Seiten könnte man
füllen, würde man alle wunderbaren Heilungen beschreiben, die
Gott durch P. Pio wirkte...
Diese außergewöhnlichen Gnaden waren weitgehend die Folge
einer Totalhingabe im Sühneleiden, ähnlich wie bei seinem großen
Vorbild, dem heiligen Franziskus. Es genügt, wenn man sein Leben betrachtet,
seine Briefe und Aufzeichnungen liest, um zu verstehen, daß wir vor
einem außergewöhnlichen Menschen stehen.
Schon Papst Benedikt XV., über den stigmatisierten Kapuziner
befragt, sagte: „P. Pio ist ein außergewöhnlicher Mensch, einer
von jenen, die der Herrgott ab und zu auf die Erde schickt, um die Menschen
zu bekehren..." Bei P. Pio stand die Feier der heiligen Eucharistie im
Mittelpunkt. Geheimnisvoll durfte er das Leiden und Sterben Jesu bei jeder
heiligen Messe miterleben. Unzählige Menschen haben in tiefer Erschütterung
das heilige Meßopfer P. Pios mitgefeiert, sein Weinen und Bluten
gesehen und dabei etwas verspürt von dem ungeheuren Drama, das sich
bei dem immerwährenden Erlösungsopfer Christi vollzieht. P. Pio
war mit Christus Priester und Opferlamm zugleich. Das spürten alle,
die ihn am Altar erlebten...
Der stigmatisierte Kapuziner war ein Mann des Gebetes und des Leidens.
Auch P. Pio sind die qualvollen Prüfungen, die Gott allen jenen vorbehält,
die ihn am meisten lieben, nicht erspart geblieben: die dunkle Nacht der
Seele, das tiefe Schweigen Gottes, die Zeit der Finsternis und der scheinbaren
Gottverlassenheit, in der das Gnadenlicht erlischt und der Glaube dunkel
und schwer wird... Was an P. Pio beeindruckt, ist vor allem seine tiefe
Glaubenserfahrung, seine Gottesnähe. Er lebte in Gott und Gott lebte
in ihm. Alle, die ihm näherkommen durften, bekennen einmütig,
daß sie durch P. Pio hindurch Gott begegnet sind. Aus Erfahrung wußte
er, was Prüfung und Leiden bedeuten. Er riet immer, sich nie durch
die Prüfungen erschüttern zu lassen: „Sie werden nur eine Weile
dauern", sage er und erklärte, daß man nie Angst haben solle,
wenn der Sturm tobe... Nach dem Hinscheiden P. Pios schrieb der „Osservatore
Romano", die Zeitung des Vatikans: „P. Pio hat unzählige Seelen getröstet
und zum Herrn zurückgeführt, er hat Menschen, die sich vom Glauben
und vom christlichen Leben entfernt hatten, mit Gott versöhnt, manchmal
sogar solche, die Feinde und Gegner der Religion waren. Sein Beichtstuhl
war ein Gericht des Erbarmens und der Entschlossenheit zugleich..." Über
fünfzig Jahre ist P. Pio ein von Gott Gezeichneter gewesen, aus dessen
Wunden das Blut geflossen ist. Über fünfzig Jahre hat sich dieser
stigmatisierte Kapuziner dem Herrn als Sühneopfer angeboten. Er starb
vor 47 Jahren, am 23. September 1968. In der Dunkelheit einer schlichten
Klosterzelle erlosch das Licht seines Lebens in dieser Welt, um in österlichem
Glanz neu zu erstrahlen. P. Pio hat das Schwere, Schmerzliche und Leidvolle
in seinem Leben aus der Kraft des Glaubens bewältigt. Und was ihn
vor allem auszeichnete, was seine heroische Gottes- und Nächstenliebe,
seine Treue zur Kirche. Sein Leben ist ein leuchtendes Zeichen der Fruchtbarkeit
des Evangeliums. Ergebnis: 50 Jahre Ordensleben, 50 Jahre ans Kreuz des
Heilands geschlagen, 50 Jahre verzehrendes Feuer für den Herrn und
für seine Erlösten. Der Beweis für das heiligmäßige
Leben von P. Pio ist in 54 großen Bänden niedergelegt, die der
vatikanischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen vorgelegt
wurden. Was viele Leser noch nicht wissen: P. Pio sagte das Pontifikat
Johannes Pauls II. voraus und auch das Attentat vom 13. Mai 1981. Näheres
über den stigmatisierten Kapuziner in dem Buch
„Pater Pio - durchsichtig auf Gott hin". Best.-Nr. 5267.
Hl. P. Pio: „Wie
weh tut es mir, Jesus weinen zu sehen..."
Wir veröffentlichen hier zwei Briefe, die P. Pio in seinen
ersten Priesterjahren geschrieben hat und die uns teilhaben lassen an dem
Einblick, den der Herr ihm gewährt hat in das Geheimnis von Liebe
und Sünde. Die beiden Briefe stammen aus dem Jahre 1913 und sind an
P. Augustin, den Seelenführer P. Pios, gerichtet. Aus dem Brief vom
12. März 1913: „Hören Sie, mein Vater, die gerechten Klagerufe
Jesu: 'Mit welcher Undankbarkeit wird von den Menschen meine Liebe heimgezahlt!
Ich wäre weniger beleidigt von jenen, wenn ich sie weniger geliebt
hätte. Mein Vater will sie nicht mehr ertragen. Ich möchte aufhören,
sie zu lieben, aber (...) ach, mein Herz ist da zum Lieben. Die feigen
und trägen Menschen tun sich keine Gewalt an, um sich in den Versuchungen
zu überwinden, sie erfreuen sich sogar in ihren Bosheiten. Die von
mir mit Vorzug geliebten Seelen versagen in der Prüfung, die Schwachen
überlassen sich der Verwirrung und der Verzweiflung, die Starken erschlaffen
nach und nach... Sie kümmern sich nicht mehr um das Altarsakrament.
Man redet nie von diesem Sakrament der Liebe und auch jene, die davon reden,
ach, mit welcher Gleichgültigkeit, mit welcher Kälte! Mein Herz
ist vergessen. Niemand kümmert sich um meine Liebe. Ich bin immer
betrübt. Mein Haus ist für viele zum Unterhaltungstheater geworden.
Auch meine Diener, die ich immer mit besonderer Liebe betrachtet und geliebt
habe wie die Pupille meines Auges, sie, die mein Herz voller Bitterkeit
trösten müßten, sie, die mir beim Werk der Seelenrettung
helfen müßten, wer würde es hingegen glauben, daß
ich gerade von ihnen Undankbarkeiten und Unaufmerksamkeiten empfangen muß.
Ich sehe, mein Sohn, viele unter ihnen (...), die unter heuchlerischem
Schein mich verraten durch gotteslästerliche Kommunionen, indem sie
die Erleuchtungen und Stärkungen, die ich ihnen fortwährend gebe,
mit Füßen treten...' Mein Vater, wie weh
tut es mir, Jesus weinen zu sehen!
Dann fügte der Herr hinzu: 'Mein Sohn, ich brauche Opferseelen,
um den gerechten und göttlichen Zorn meines Vaters zu besänftigen.
( Erneuere mir das Ganzopfer deiner selbst und mache es ohne jeden Vorbehalt!).
Das Ganzopfer meines Lebens habe ich erneut dargebracht, mein Vater...
Wenn es Ihnen gelingt, versuchen Sie Seelen zu finden, die sich dem Herrn
als Opfer für die Sünder darbringen. ( Jesus wird Ihnen helfen..."
Aus dem Brief vom 7. April 1913: „Am Freitagmorgen befand ich mich in meiner
Zelle, als Jesus mir erschien. Er war übel zugerichtet und entstellt.
Er zeigte mir eine große Zahl von Ordens- und Weltpriestern, darunter
verschiedene kirchliche Würdenträger. Die einen zelebrierten
gerade, die anderen bereiteten sich auf die hl. Messe vor, wieder andere
zogen gerade die heiligen Gewänder aus. Jesus so in Ängsten zu
sehen, bereitete mir große Qual. Ich wollte ihn deshalb fragen, warum
er so leide. Doch bekam ich keine Antwort. Sein Blick richtete sich jedoch
auf jene Priester; aber ein wenig später, gleichsam entsetzt und des
Schauens müde, zog er seinen Blick zurück und wandte sich mir
zu, was mir großen Schrecken verursachte. Dabei bemerkte ich, wie
ihm Tränen über die Wangen rollten. Er enfernte sich von dieser
großen Schar der Priester mit einem starken Ausdruck des Mißfallens
auf seinem Antlitz. Dann wandte er sich wieder an mich und sagte: Mein
Sohn, glaube nicht, daß meine Todesangst nur drei Stunden gedauert
hat, nein. Durch diese von mir mit Wohltaten überhäuften Seelen
werde ich bis zum Ende der Welt in Todesangst sein. Während der Zeit
meiner Todesangst darf man nicht schlafen. Meine Seele geht auf die Suche
nach ein paar Tropfen Mitleid; aber ach, sie lassen mich allein unter dem
Gewicht der Gleichgültigkeit. Die Undankbarkeit und der Schlaf meiner
Diener machen mir die Todesangst noch drückender...
Ach, wie schlecht erwidern sie meine Liebe! Was mich noch mehr betrübt,
ist, daß sie zu ihrer Gleichgültigkeit noch die Verachtung und
den Unglauben hinzufügen. Schreibe deinem Seelenführer und berichte
ihm, was du von mir an diesem Morgen gesehen und gehört hast..!' Jesus
fuhr noch weiter fort. Aber was er sagte, werde ich niemals einem Geschöpf
dieser Welt offenbaren können. Diese Erscheinung verursachte mir solche
Schmerzen, daß ich den ganzen Tag darniederlag und glaubte, daran
sterben zu müssen...
Jesus hat recht, wenn er sich über unsere Undankbarkeit beklagt.
Wieviele von unseren unglückseligen Brüdern beantworten die Liebe
Jesu damit, daß sie sich mit fliegenden Fahnen der infamen Sekte
der Freimaurerei in die Hände werfen. Beten wir für sie, daß
der Herr ihren Geist erleuchte und ihr Herz berühre..."
Mediatrix-Verlag
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(Quelle: "Der Gefährte" Nr. 6,
Sept./Okt. 1994, S. 14-16., Wien - mit kleinen
Anpassungen durch den Webm.)
sel. Paul Josef Nardini, ein
Seliger für unsere Zeit...
Papst Benedikt XVI. gab am 26. Juni ein Dekret der Heiligsprechungskongregation
frei. In diesem wird ein Wunder anerkannt, das auf die Fürsprache
Nardinis hin geschehen ist. Es handelt sich bei diesem Wunder um eine
medizinisch nicht erklärbare Genesung einer Ordensschwester von Magenkrebs.
Seit der Seligsprechung im Jahr 2006 hat Deutschland einen neuen Heiligen
aus der Pfalz: den Priester Paul Josef Nardini. Nardinis Leben zeigt, wie
Gott Großes wirkt, wenn man sich in guten und schlechten Zeiten auf
ihn verlässt. Kaplan Stephan Messner möchte im Büchlein
"Ein Seliger für unsere Zeit" den sympathischen Geistlichen weiten
Kreisen vorstellen, denn sein selbstloses, großherziges Wirken und
Charisma ist auch für unsere Zeit sehr bedeutsam. Im Buch stellt auch
eine Novene Nardinis Spiritualität vor und macht Mut, seine Fürbitte
anzurufen. 94 Seiten, Bestell-Nr. 3727, € 6,-, sFr. 7,90.
(Quelle: "Der Gefährte" Nr. 1,
Jan./Febr. 2016, S. 14, Wien) - Mediatrix-Verlag
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Hl. Pfarrer von Ars
Johannes Maria Vianney,
der als heiliger Pfarrer von Ars in die Geschichte einging, zählt
zu den herausragendsten und leuchtendsten Gestalten der Kirche. Er wurde
am 8. Mai 1786 in Dardilly bei Lyon geboren, empfing am 13. August 1815
in Grenoble die Priesterweihe. Was in seinem Leben in erster Linie auffällt,
sind außerordentliche, jedoch sehr gut bezeugte Phänomene...
Er öffnete den Menschen den Zugang zu einer unsichtbaren Welt,
die dem gewöhnlichen Auge verborgen bleibt. Unzählige fanden
durch in den Weg zu Gott, lernten durch ihn den spirituellen Reichtum der
Kirche kennen. Der Pfarrer von Ars war ein Priester nach dem Herzen Jesu,
ein Mystiker, ein begnadeter Beichtvater. Er aß wenig und schlief
kaum. Mehr als dreißig Jahre saß er täglich zehn, zwölf
Stunden, manchmal fünfzehn bis sechzehn Stunden, im Beichtstuhl. Bis
zu seinem Tod blieb seine gesalbte Priesterhand zur Lossprechung erhoben...
Er war so von Gott ergriffen, daß seine Gottesliebe zum Motor seines
Lebens wurde. Er hatte die Gabe der Seelenschau und die Gabe der Prophethie.
In seinem Leben hatte es, wie Francis Trochu, sein Biograph, schreibt,
viele außergewöhnliche Ereignisse gegeben. Die Vereinigung mit
dem eucharistischen Heiland beim heiligen Messopfer ergriff ihn so sehr,
daß die Gläubigen ihn nicht selten weinen sahen...
Groß war die Innerlichkeit, die die Menschen in der Begegnung
mit dem Pfarrer von Ars gespürt haben, die Nähe zu Jesus, die
Liebe zum eucharistischen Heiland. Er verstarb am 4. August 1859, völlig
verbraucht, ausgezehrt und erschöpft.
Die vorliegende Biographie des hl. Pfarrers von Ars, wurde in viele
Sprachen übersetzt. Hier wurden nicht nur alle Akten des Selig- und
Heiligsprechungsprozesses verarbeitet, sondern dazu noch die gesammelten
Predigten des Pfarrers, die kostbare Schätze enthalten. Johannes-Maria-Baptist
Vianneys glühender Wille, die Menschen zu Christus zu führen,
gab ihm Kraft, sich durch Fasten und Beten in einer besonderen Weise für
seine Mitmenschen zur Ehre und zum Lob Gottes hinzugeben. Er verbrachte
viele Stunden im Beichtstuhl, dies hatte Folgen: plötzlich ist Ars
in aller Munde. Es kommen viele Leute, die den Pfarrer selbst erleben und
sehen wollen. Der Pfarrer des kleinsten Dorfes hatte eine große Gemeinde:
80 000 Seelen.
508 Seiten, Bestell-Nr. 2724, € 17,80, sFr. 25,90.
(Quelle: "Der Gefährte" Nr. 1,
Jan./Febr. 2016, S. 16, Wien) - Mediatrix-Verlag
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Hier ist noch eine der letzten Antworten, die er einem Beichtkind
gab, das ihn fragte, wie man sich den Himmel erwerben könne. Wir glauben,
daß in diesen Worten die Kompromisslosigkeit und Originalität seines
Lehrens wie in einem Brennpunkt aufleuchten: „Sich den Himmel erwerben?
Mein Freund, dazu braucht es die Gnade und das Kreuz.". In den aufgezeichneten
Gedanken des Pfarrers von Ars bewundern wir immer wieder seine Harmonie
zwischen Göttlichem und Menschlichem, Erhabenem und Niedrigem: „Der
liebe Gott ist nicht grausam, aber er ist gerecht. Es gibt sowohl für
die Gnade als auch für die Sünde ein Maß. Ist dieses voll,
dann zieht Gott sich zurück".
Himmel und Hölle gelten den heutigen „Aufklärern" als
überholt, höchstens als Bezeichnung für glückliche,
bzw. leidvolle Ausdrücke irdischer Zustände werden sie toleriert.
Um das ewige Leben glaubwürdig verkünden zu können, müssen
wir selbst zuerst vom Glauben an die himmlische Heimat erfüllt sein
(Phil 3,20), so wie der hl. Paulus "alles Irdische
als Kehricht betrachten und nach dem streben, was vor uns liegt" (Phil
3,8.14). Um irdische, vergängliche Güter rackern wir uns
ab, für das ewige Leben ist uns schon die geringste Anstrengung zuviel.
Hören wir dazu den hl. Pfarrer von Ars: „Welch schöne und große
Sache ist es doch, Gott zu erkennen, zu lieben und zu dienen. Nur das haben
wir auf der Welt zu tun. Alles, was wir sonst tun, ist verlorene Zeit...
In der Welt verbirgt man Himmel und Hölle. Den Himmel, weil man ihm
um jeden Preis zustreben würde, wenn man einmal seine Schönheit
erkannt hat. Die Hölle, weil man alles tun würde, um ihr zu entrinnen,
wenn man einmal die ewigen Qualen erkannt hat... Auf Erden muss man arbeiten
und kämpfen. Zum Ausruhen ist genug Zeit in der Ewigkeit.
Wer gut informiert ist, hat immer zwei Führer, die ihm vorhergehen:
den guten Rat und den Gehorsam. Ich bin überzeugt, wer dem Wort Gottes
nicht das nötige Gehör schenkt, wird sich nicht retten. Er wird
nicht wissen, was er für seine Rettung tun muß".
(Quelle: "Erneuerung in Christus" Nr.
9/10-2009, S. 7, Gaming)
Hl. Philipp Neri. Ordensgründer,
Mystiker
Geboren am 21. Juli 1515 in Florenz in Italien, war Philipp Romolo
de Neri Sohn eines Notars. Er verlor schon früh seine Mutter und wurde
von der Stiefmutter erzogen. Er besuchte die Dominikanerschule an San Marco
in seiner Heimatstadt Florenz, wo ihn deren Leiter, der später auf
dem Scheiterhaufen verbrannte Savonarola, faszinierte. Bei einem Onkel
absolvierte er eine dreijährige kaufmännische Lehre in der Nähe
des Klosters Montecassino, wo er viel Zeit im Mutterkloster des Benediktinerordens
verbrachte und vom klassischen Ideal des Einsiedlerlebens angesteckt wurde;
ungefähr zu dieser Zeit erlebte er seine Bekehrung, die er als Gabe
der Inbrunst schildert.
Arm und mittellos ging er 1533 nach Rom, dort war er 16 Jahre lang
als Erzieher in einer Familie tätig und besuchte 1534 bis 1537 Vorlesungen
in Theologie und Philosophie an der päpstlichen Universität und
bei den Augustinern. Dort lernte Philipp Ignatius, den Gründer des
Jesuitenordens, kennen. Beeindruckt von seinem Wesen, kümmerte auch
er sich um Arme und Kranke. Noch während seines Studiums verkaufte
er alle seine Bücher außer der Bibel, gab den Erlös den
Armen und widmete sich der religiösen Unterweisung des Volkes auf
der Straße. Entsprechend seinem heiteren Naturell führte er
witzige und schlagfertige Gespräche mit einfachen Leuten, aber auch
mit Kaufleuten und Künstlern, was ihm den Beinamen der lachende Heilige
eintrug. Zunehmend wurden ihm mystische Gnadenbeweise zuteil, so in den
Katakomben des Sebastian, wo sich zwei Rippen über seinem Herzen stark
wölbten, ohne Schmerzen zu verursachen. Ohne Unterlass betete er,
manchmal schlief er in einer Kirche, um auch im Schlaf Gott nahe zu sein.
Sein Leben kam dem eines Narren um Christi willen nahe.
1548 gründete Philipp gemeinsam mit seinem Beichtvater die
Confraternitä di SS. Trinitä, die Bruderschaft der Heiligsten
Dreieinigkeit, eine Gesellschaft von Laien zur Betreuung von bedürftigen
Rompilgern, Kranken und Armen.
1551 empfing Philipp die Priesterweihe. Seine Versammlungen und
Gottesdienste mit Lobliedern und Gebeten in der Volkssprache wurden so
beliebt, daß 1552 über dem Kirchenschiff ein zusätzlicher Raum
eingerichtet werden musste, um die wachsende Zuhörerschaft unterzubringen.
In diesem Raum, dem Oratorium, entstand eine Wohngemeinschaft Gleichgesinnter
des Dritten Weges neben Laien und Orden, innerlich zusammengehalten von
gemeinsamem Glaubensgespräch, von Beten und Bibelbetrachtung. Das
Oratorium wurde zum Mittelpunkt der Tätigkeit Philipp Neris, die auch
geistliche Lieder umfasste, wovon sich der Begriff Oratorium als musikalische
Gattung ableitet. 1552 gründete er seine Weltpriester-Kongregation
der Oratorianer, die 1575 vom Papst bestätigt wurde. Ihre Aufgabe
war, daß die Priester durch tägliches Gebet, geistliche Diskussionen
und unermüdliche Abnahme der Beichte das Heil förderten.
Wegen seiner Heiterkeit - in einer Zeit, in der es einem eher nicht
zum Lachen war - bekam Philipp den Beinamen der lachende Heilige. Eine
Anekdote verrät viel über seinen Humor und seine Denkweise:
Einmal sollte der Priester Philipp prüfen, ob eine bestimmte
Schwester, die im Ruf der Heiligkeit stand, wirklich heilig sei. Die Aufgabe
löste er so: Er wartete einen Tag ab, an dem es stark regnete. Dann
ging er durch Schmutz und Schlamm stapfend zu ihrem Kloster und ließ
die betreffende Schwester rufen. Als sie kam, bat er sie, ihm seine Schuhe
zu säubern. Die Heilige lehnte aber empört ab. Lächelnd
ging Philipp wieder nach Hause, - für ihn war sie keine Heilige!
Im Mittelpunkt von Philipps Frömmigkeit stand das Pfingstwunder
und besonders die Verehrung der Gottesmutter Maria. Er war demütig,
tat für sich nicht viel, - aber viel für andere. Bekam ein Kranker
keinen Besuch, dann hat ihn Philipp besucht, ihn etwas aufgemuntert und
ihn getröstet, las ihm aus der Bibel vor oder machte ein Späßchen
mit ihm. Er hatte auch stets ein offenes Ohr für junge Menschen und
kümmerte sich rührend um arme und verwahrloste Kinder.
Philipp tat alles, um nicht als Heiliger zu wirken; so erschien
er mal mit halbrasiertem Bart, mal mit Pelzmantel im Sommer, mal mit rosa
Filzpantoffeln. Er tat nichts Ungewöhnliches, aber das immer ungewöhnlich
gut nach seinem Motto: Das Gewöhnliche ungewöhnlich gut tun und
dabei fröhlich bleiben. Johann Wolfgang von Goethe erklärte Philipp
in seiner Italienischen Reise daher zu seinem Lieblingsheiligen.
Philipp starb am Fronleichnamstag, am 26. Mai 1595 in Rom, an Blutsturz.
Zu seiner Beisetzung kam eine unübersehbare Menschenmenge; daß er
beim Volk Pippo buone, der gute Philipp genannt wurde, zeigt seine Beliebtheit;
er gilt als der zweite Apostel Roms; zu seinem 500. Geburtstag erschien
das Buch „Das Leben des heiligen Philipp Neri in
Anekdoten", 271 Seiten, Bestell-Nr. 1905.
Mediatrix-Verlag
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(Quelle: "Der Gefährte" Nr. 5-2015
Sept/Okt., S. 10-12., Wien)
Hl. Walburga
Walburga kam mit ihren zwei Brüdern Willibald
und Wunibald vom Süden Englands nach Germanien und sie unterstanden
dem Bischof Bonifatius. Zu ihrer Zeit entstanden zwei Klöster in Heidenheim,
eines für Schwestern, das andere für Brüder. Nach dem Tode
ihres Bruders Wunibald leitete Walburga beide Klöster in vorbildlicher
Weise. Im Jahre 779 starb die hl. Walburga. Bischof Otkar ließ im
9. Jahrhundert die Gebeine der hl. Walburga nach Eichstätt überführen.
Das bedeutete soviel wie ihre Heiligsprechung. Dabei wurde berichtet, daß
die Gebeine der hl. Walburga von klarem Wasser benetzt waren. Ab dem jahre
1042 sammelte man das wunderwirkende Wasser, das sich zu ganz bestimmten
Zeiten, nämlich von Anfang Oktober bis Ende Februar eines jeden Jahres,
bis zum heutigen Tag bildet, in einem darunterliegenden Auffangbecken.
Dieses wunderwirkende Wasser wird als sog. "Walburgisöl" im Kloster
zu Eichstätt gegen Spende abgegeben. Bereits im Jahre 893 wurde von
54 ganz außergewöhnlichen Heilungen berichtet. Wissenschaftler
können sich dieses Phänomen der Wasserbildung zu ganz bestimmten
Zeiten bis heute nicht erklären. Es ist ein außerordentlich
großes Wunder, das jedes Jahr zur selben Zeit stattfindet und auch
wieder zur selben Zeit endet. Aufzeichnungen belegen, daß dieses
Wunder schon mehr als 1000 Jahre anhält. Seit dem Jahr 1615 haben
sich im Walburgiskloster zu Eichstätt mehr als 1200 Votivtafeln angesammelt,
die von Danksagungen für Wunder bezeugen, die von der hl. Walburga
erfleht wurden.
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