Gedanken zum Rosenkranz von Joachim Kardinal Meisner
(Quelle: Joachim Kardinal Meisner in: "Unter deinem Schutz und Schirm", Kirche in Not, S. 12f.)

Bei unserer Reise durchs Leben brauchen wir einen Begleiter, der die Wege kennt; einen Halt, auf den man sich stützen kann: einen Weg, der zum Ziele führt. Im Rosenkranz ist uns all das gegeben. Er ist die Summe des Evangeliums und kann uns buchstäblich von der Wiege bis zum Grabe begleiten.
Einmal sah ich einen Rosenkranz in einem Kriegsgefangenenlager angefertigt aus dem kostbarsten Material, aus Brotkrumen. Daß sich ein hungernder Soldat das lebensnotwendige Brot vom Mund abgespart hat, um daraus einen Rosenkranz zu gestalten, spricht mehr für dessen Wert als viele fromme Bücher.
Im Rosenkranz werden für uns die Spuren Jesu in der Welt sichtbar. "Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen, und ich verlasse wieder die Welt und gehe zum Vater." Vom Vater - zum Vater, heißt dieser Weg. Dazwischen ist der Herr die vielen Wege dieser Welt gegangen, kreuz und quer durchs Land. Von Perle zu Perle, von Gesätz zu Gesätz gehen wir beim Beten des Rosenkranzes die Wege Jesu mit. Über die Geheimnisse seiner Kindheit, über die Stationen seines seligmachenden Leidens dürfen wir mit Maria hineingehen in seine Vollendung. Seine Wege werden beim Beten des Rosenkranzes unsere Wege. Wir sind live dabei!
Die Welt ist voller Abwege, Irrwege und Holzwege. Wir brauchen Orientierung. Greifen wir nach dem Rosenkranz, dann sind wir auf guter Spur, auf den Spuren Jesu, der vom Vater ausgegangen und zum Vater heimgekehrt ist. Das Rosenkranzgebet ist der Weg des Herrn und seiner Mutter.
Im Rosenkranz mit seinen 20 Geheimnissen wird für den gläubigen Beter die helfende Hand Mariens erfahrbar! Im hl. Evangelium wird die Wirklichkeit Gottes für uns berührbar. Im Rosenkranz streckt sich uns die rettende Hand der Mutter Christi entgegen. Wenn kein Halt mehr trägt, dann ist es diese Hand, der man sich getrost aushändigen kann wie der Herr am Kreuz.

Was ist der Rosenkranz?
Das Rosenkranzgebet ist die Summe des ganzen Glaubens. Vor einigen Jahren, als in der Sowjetunion das Evangelium noch verboten war und die Gläubigen verfolgt wurden, besuchten mich in der (früheren) DDR einige Glaubensbrüder, die seit 1943 keinen Gottesdienst mehr mitfeiern hatten können. Sie stellten mir die Frage: Was müssen wir glauben und an unsere Kinder weitergeben, damit wir das ewige Ziel erreichen können? Weil sie keine Bücher mitnehmen durften, drückte ich ihnen einen Rosenkranz in die Hand. Auf ihre Frage, was das mit dem Inhalt unseres Glaubens zu tun hätte, konnte ich ihnen schlicht antworten: "Am Ende des Rosenkranzes hängt das Kreuz. Der hl. Thomas von Aquin sagt: Das Kreuz ist das Buch, das man nie ausstudieren kann. Am Kreuz beten wir das Glaubensbekenntnis. Das ist die Glaubenslehre. Dann kommen die ersten drei Ave Maria mit den drei göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe. Das ist unsere Lebenslehre. Schließlich folgt dann, aufgefädelt und gleichsam in Blindenschrift, das ganze Neue Testament, nur für den Gläubigen entzifferbar mit seinen betenden Händen. Mehr als den Rosenkranz brauche ich nicht zu glauben und zu leben." Darauf hielt mit großer Ergriffenheit ein Mann den Rosenkranz hoch und sagte: 'Da habe ich den ganzen Glauben der Kirche in meiner Hand'."



Gebet:
Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin. Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren, o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau.
(aus dem 3. Jahrhundert!)
Dieses Bittgebet aus dem dritten Jahrhundert ist noch immer eines der beliebtesten Gebete in der Liturgie und der Frömmigkeit der orthodoxen Kirche. Auch im Westen wurde es beibehalten.

Der Kampf zwischen dem Drachen und der biblischen FRAU in unserer jetzigen Zeit:
Jenseits des Geredes der Diplomaten auf den internationalen Konferenzen wütet der uralte Kampf, den der hl. Apostel Johannes in seiner Vision von der Frau und dem Drachen beschrieben hat (vgl. Apg 12, 1-10). Der Anführer der höllischen Geister ist Satan. An der Spitze des himmlischen Heeres steht die Königin der Engel, die heilige Jungfrau Maria. Er, der zu Gott NEIN sagte, tritt zum Kampf an gegen SIE, die JA gesagt hat. "SIE aber wird ihm den Kopf zertreten": vgl. vulgata: Gen 3,15!). - Das ist der wahre Sinn / Hintergrund der Oktoberrevolution und die einzige Geschichtsphilosophie, welche die letzten Ursachen erklärt.
Im gleichen Jahr, als der Kommunismus im Osten verkündet wurde, offenbarte uns die Unbefleckte Empfängnis in Fatima den Weg der Rettung. Bevor jemand wußte, daß Lenin bereits in Rußland war, um die Revolution zu entfesseln, rief sie vom 13. Mai bis zum 13. Oktober 1917 die abendländische Christenheit sechsmal zu Gebet (Rosenkranzgebet!), Bekehrung, Buße und zur Weihe an ihr Unbeflecktes Herz auf, damit sich auch Rußland bekehre und davor behütet werde, als ausführendes Organ Satans das Gottesreich in unzähligen Seelen zu verwüsten. .. Gott bekräftigte diese Worte der heiligen Jungfrau Maria mit dem angekündigten Wunder von der sich drehenden, pfeilschnell abstürzenden Sonne, das am 13. Oktober 1917 von mehr als 50000 Pilgern bestaunt wurde.
Doch das Wunder von Fatima hat die Welt nicht überzeugt, der Westen hat sich nicht bekehrt. Darum ist das vierte Tier noch nicht tot.
Wir haben das alte Sturmgebet der Kirche, den Rosenkranz, der seine Kraft schon jahrhundertelang bewiesen hat. Und wir haben die beschwörenden Worte der heiligen Gottesmutter. Immer wieder sagte sie uns, daß wir den Rosenkranz beten, Buße tun und uns bekehren müssen. Und - ich wiederhole es - daß ganze Völker vernichtet werden, wenn wir uns nicht bekehren!
Laßt uns diese alarmierenden Worte zu Herzen nehmen. Wir leben in einer beängstigenden Zeit. Jeder fürchtet sich. Überall brechen Kriege aus, gewaltige Naturkatastrophen in ungeheurem Ausmaß bedrohen uns. Die Menschen können uns nicht mehr retten. Auch die Vereinten Nationen nicht. Auch die Großmacht Amerika nicht. Auch die Generäle nicht. Und sicherlich die Diplomaten nicht. Die Menschen können uns nicht mehr retten. Nur Gott kann uns retten. Nur Gott! Aber Gott wird uns nur retten, wenn wir dieser Rettung wert sind. Wenn wir sein Volk sind, seine Kinder. Ja, für seine Kinder wird er durchs Feuer gehen. Für sein Volk wird er kämpfen. Aber wir müssen seine Kinder sein. Und darum müssen wir uns bekehren. Bessere Menschen werden. Wir sind doch alle Sünder. Jeder von uns. Wir wissen doch, was wir in unserem Leben ändern müssen. Womit Gott nicht einverstanden ist. Womit wir aufhören müssen. Was wir beichten müssen. Wir wissen es doch! Laßt uns nicht länger warten. Es ist höchste Zeit. Laßt uns endlich bessere Menschen werden und Gott davon überzeugen, daß es noch der Mühe wert ist, uns zu retten.
Ergreifen wir die Hand Marias, wenn wir den Rosenkranz beten, zur Beichte gehen, das heilige Meßopfer wieder regelmäßig mitfeiern! Helfen wir mit dem Rosenkranzgebet der Siegerin in allen Schlachten Gottes auch hier zu Ihrem Sieg über den bösen Feind. Werdet wieder wie Kinder, die in Todesangst nach ihrer Mutter rufen. Betet den Rosenkranz mit dem Glauben und dem Vertrauen von Kindern und alten Mütterchen. Betet wie unsere Vorfahren gebetet haben. Wie Mose auf dem Berg und Jona im Bauch des Ungetüms gebetet haben. Wie die Jünglinge im Feuerofen und wie Hiob, als er vom Satan heimgesucht wurde. Ihr aller Gebet wurde erhört! Betet mit einem Herzen, das die ganze Welt in Liebe umfaßt. Und der Herr wird sich uns zuneigen und seine Barmherzigkeit wird keine Grenzen haben.       (ebd.: Auszüge v. Werenfried van Straaten, o. praem., S. 5 - 11)



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